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"Stalin und die Juden - Antisemitismus und Antizionismus in der Sowjetunion"
13.08.2008 — 20:00 Uhr

Vortrag von Arno Lustiger im Rahmen der Ausstellung „Das hat’s bei uns nicht gegeben’ - Antisemitismus in der DDR“ der­­ Deutsch-Israelischen Gesellschaft Trier.

Waren jüdische Antifaschisten in der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg während des Verteidigungskampfes gegen die Nationalsozialisten noch gefragt, so zeichnete sich nach dem Krieg ein anderes Bild ab. Die Akteure des Jüdischen Antifaschistischen Komitees (JAFK) gerieten in die Mühlen der stalinistischen Herrschaft. Ermittlungen wurden gegen die Mitglieder des JAFK eingeleitet. Nachdem anfangs das jüdische nationale Projekt in Palästina und die Gründung Israels auch diplomatisch unterstützt wurde, zeichnete sich bald eine antizionistische Kehrtwende in der sowjetischen Politik ab, in deren Zuge das JAFK isoliert wurde und mehr und mehr Juden verfolgt wurden. Zunächst startete eine Kampagne gegen die wurzellosen Kosmopoliten, als die die jüdischen Akteure diffamiert wurden, später weitete sich die Aktivität des stalinistischen Apparats gegen eine konstruierte zionistische Verschwörung aus. Diese Propaganda, die auch in den Satellitenstaaten des sowjetischen Imperiums nicht folgenlos blieb und eine Reihe von Schauprozessen zur Folge hatte, bedrohte zunehmend die jüdischen Gemeinden in Osteuropa. Der Vortrag beleuchtet den Zusammenhang zwischen Antizionismus und Antisemitismus am Beispiel zentraler Entwicklungen in der Sowjetunion.

Kategorie: Infoveranstaltung

Ort:
VHS
TrierDeutschland


Weitere Informationen:
http://www.dig-trier.de/

Kosten: -