Loser and Winners - Film
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"Losers and Winners" - Dokumentarfilm
Deutschland 2006 - 96 Min.
Regie: Ulrike Franke, Michael Loeken


Gewinner oder Verlierer?

Das Ruhrgebiet im Jahr 2003: Über anderthalb Jahre begleiteten Ulrike Franke und Michael Loeken die Demontage von Europas einstmals modernster Kokerei, Kaiserstuhl in Dortmund, durch chinesische Arbeiter. 2007 kam die Doku in die deutschen Kinos – zumindest in einigen, denn auf den meisten Spielplänen sucht man sie vergebens, trotz diverser internationaler Auszeichnungen.
Das mag wohl daran liegen, dass sich der Film angenehm zurück hält und auf eine direkte Kommentierung der Bilder verzichtet und stattdessen die Akteure selbst reden lässt, eine Tatsache die, angesichts der heute verbreiteten „Michael Moore-Methode“, keine Selbstverständlichkeit ist.
Akteure sind in diesem Fall einerseits die chinesischen Arbeiter, die die Anlage abbauen, zerlegen und zum Transport nach China vorbereiten, und andererseits die verbliebenen deutschen Angestellten, die den Abbau überwachen und unterstützen sollen.
Die Lebenswelten der beiden Parteien unterscheiden sich hierbei wie Tag und Nacht. Während die Chinesen als ständig arbeitende, es dabei mit den Sicherheitsvorschriften nicht so genau nehmende und irgendwo zwischen kommunistischer Folklore und Mao Zedong Zitaten gefangene, trotzdem stets freundliche Personen dargestellt werden. Erscheinen die Deutschen als pedantische, pingelige, mürrisch dreinblickende und träge Menschen, die nicht zufrieden sind, bevor nicht der letzte Schweisser die Schweissgenehmigung in doppelter Ausfertigung ausgefüllt hat. Das erklären sie dem Arbeiter aus China auch gerne auf deutsch, der schaut freundlich und versteht nichts, womit die Sache dann auch erledigt ist. Man merkt, dieser Film ist voll von Klischees, entsprechend darf auch die Untermalung mit chinesischer Volksmusik – oder das was man hier dafür hält – nicht fehlen.
Was nach knapp eineinhalb Stunden bleibt? Nun, zu erst einmal der Eindruck einen interessanten, kurzweiligen Film gesehen zu haben und zum anderen die Frage, wer denn nun Verlieren und Gewinner bei dem Ganzen ist? Die deutschen Arbeiter, die ihre Arbeitsplätze in der Kokerei verloren haben und so tief gesunken sind, dass sie sogar bei der GEMA anfangen müssen. Oder die chinesischen Arbeiter die für 400 Euro pro Monat einen Knochenjob machen und über Jahre, getrennt von ihrer Familie, zu mehreren in einem winzigen Baucontainer leben müssen?


Hinzugefügt:  Donnerstag, 05. Juli 2007

zugehöriger Link:  Offizielle Homepage zur Doku "Losers and Winners"
Hits: 926
Sprache: deu

     

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