Störung Ost - VHS
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Eine Doku über Punx in der ehemaligen DDR. Die Doku beleuchtet nicht nur die Lebensweise der Punker, welche sich ja ganz klar von den Verhältnissen in der BRD unterschied sondern auch das Verhältnis Punk <-> Staat und Gesellschaft.
Zeitzeugen erzählen von ihren Erlebnissen und durch viel Archivmaterial kann ein guter Einblick in die damalige Zeit gegeben werden.

Hier noch ein Infotext vom ZDF:

In den 1980er Jahren war die Clique jugendlicher Punks eine Sensation für DDR-Verhältnisse und eine ernsthafte Bedrohung für die herrschende Politik. Die Jugendlichen hatten zunächst keine besonderen politischen Absichten. Sie wollten - wie überall - "anders" sein, ihren Spaß haben, viel Bier trinken und vor allem die verbotene westliche Musik hören. Doch das DDR-Regime bespitzelte sie, fotografierte sie, sperrte sie ein, so oft wie irgend möglich, bis die Gruppe schließlich zerschlagen wurde. Der Großteil des harten Kerns wurde zwangsweise zur Volksarmee rekrutiert, einige der weiblichen Cliquenmitglieder wurden in die Bundesrepublik abgeschoben. - Mechthild Katzorke und Cornelia Schneider waren unter den Glücklichen, die über die Grenze kamen.
Massive Repression der Staatsmacht

Viele der Ex-Punks sind der Einladung der beiden Autorinnen auf das Schiff gefolgt. Sie hatten sich Jahre lang nicht mehr gesehen. In den Gesprächen mit ihnen wird deutlich, welche Spuren die Behandlung des DDR-Regimes in den Lebensläufen hinterlassen hat.

In den Archiven der ehemaligen DDR haben Katzorke und Schneider erstaunliches Material zu Tage gefördert, das Einblick gibt in die Abgründe der massiven Repression der damaligen Staatsmacht. Private Super-8-Aufnahmen und die geliebte Punkmusik aus der Zeit lassen im Film die Erinnerungen an das Lebensgefühl der 80er Jahre lebendig werden.

John Peel, britischer Rockmusikspezialist, wurde damals mit seinen Radiosendungen zur Kultfigur der Punks in Ostberlin. Seine Sendungen wurden illegal mitgeschnitten und untereinander verbreitet. Dass John Peel auch aus der DDR herausgeschmuggelte Aufnahmen einheimischer Punk-Bands spielte, wurde ihm von der Szene hoch angerechnet. Auch er ist eigens für die Bootsfahrt und diesen Film angereist, um einige seiner Fans persönlich kennen zu lernen. Allerdings überrascht er seine Anhänger mit dem Bekenntnis, dass er sich die deutschen Texte der von ihm gespielten DDR-Punk-Bands nie hat übersetzen lassen, ihm die mühsam herausgeschmuggelten Botschaften aus der DDR also unverständlich geblieben sind.


Schwierige Westperspektive
Auch der (West-)Journalist Peter Wensiersky ist mit an Bord und gibt der Geschichte noch eine zusätzliche, merkwürdige Perspektive: Er erzählt, wie schwer es auch auf der Westseite in den Medien war, von der Existenz der Ost-Punks zu berichten. Denn in der Bundesrepublik passten die Ost-Punks ebenfalls nicht in das Bild, das man sich von der "anderen Seite" machte.


Das Dokumentarvideo "Störung Ost" ist ein Dokument der jüngeren deutsch-deutschen Geschichte, in all ihrer Vielschichtigkeit und - eine Liebeserklärung an den Punk.


Hinzugefügt:  Donnerstag, 16. September 2004

Hits: 995
Sprache: deu

     

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verfasst von Wüste am 17.09.2004, 10:46 Uhr
Wertung: Reviewer Rated 5 StarsReviewer Rated 5 StarsReviewer Rated 5 StarsReviewer Rated 5 StarsReviewer Rated 5 Stars


An alle Interessierten. Diese Doku kommt seit Jahren(bzw. Jedes Jahr) regelmäßig im Fernsehen. Also immer mal bei ARD/ZDF/Den dritten Programmen oder Arte die Augen offen halten.

Sehr empfehlenswert!