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Antideutsch?!?

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serum serum PM senden PM senden verfasst: 11.04.2008, 17:17
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05.11.08

Hyäne
[...]doch geht die Bahamas was amerikanische Interventionen betrifft äusserst beschönigend damit um.Mord und Vergewaltigung sind eben nur interessant wenn sie von der "Gegenseite" verübt werden.


Ich wüsste nicht wo Mord und Vergewaltigung beschönigt werden.
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serum serum PM senden PM senden verfasst: 11.04.2008, 17:41
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05.11.08

Hyäne@serum: In dem Text(infantile inquisition) wird gegen Schlüsselguckermentalität geschrieben?Die äussern sich doch als wären se direckt mit dabei gewesen und hätten nebenbei noch den Überblick über die gesamte Psyche der beteiligten Personen.Da das allerdings ganz bestimmt nicht so ist und kein Mensch kompletter Überblick über die Psyche,Wahrnehmung und das "Realitätsempfinden" eines Anderen haben kann,sind wir Wohl oder Übel auf unsere Sprache angewiesen.Und in diesem Falle heisst das: nein bleibt nein.


Du stellst richtigerweise fest, das niemand in der Lage ist,
die Psyche, die Wahrnehmung und das Realitätsempfinden eines anderen komplett zu durchschauen.

Wie aber kommst du dann zu der Erkenntnis, nein bleibt nein?

Wenn die Frau schreibt, dass "Es in keinster Weise o.k. ist einer Frau ‚Lust machen‘ zu wollen und erst recht nicht, wenn die Frau nein gesagt hat", woher wissen Aussenstehende dann, das die Aussage auch glaubwürdig ist?

Woher wissen Aussenstehende dann, ob nicht Verführung im Spiel war?
Wie soll man als Aussenstehender die Tatsache gewichten, das beide Beteiligte vorher ein Paar waren?

Ich weiß, wir bewegen uns in schwieriges und komplexes Geländer, doch will man vernünftig und rechtgemäß den Fall klären und der Wahrheit näher kommen,
ist ein Gang zur Psyche, Wahrnehmung und dem Realitätsempfinden der Beteiligten unabwendbar, erst recht wenn so ein Vorwurf gerichtet wird.
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Hyäne Hyäne PM senden PM senden verfasst: 11.04.2008, 19:14
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19.11.08

Ich schließ damit auch die beiden Beteiligten mit ein,auch sie können (egal wie gut sie sich kennen) die Psyche des Andern vollends durchschauen.Ich halte es für wichtig ob die Frau überhaupt verbal zugewilligt hat(Nach der Verführung) da ich davon bisher nichts gehört hab,geh ich mal nicht davon aus. (völlig ausschliessen kann ich es natürlich nicht) aber selbst wenn nahmen womöglich Drogen und Gefühle Einfluss auf ihren Willen was von ihm schlichtweg ausgenutzt wurde.Du hast auf jedem Fall recht darin das es ein sehr komplexes Thema ist und es für uns wohl unmöglich ist mehr als Spekulationen zu diesem konkreten Fall zu äussern.Doch das ist ja auch nicht das Thema,wir waren bei der Bahamas und ich hab darauf angespielt ,dass sie sich zu diesem Vorfall wohl mehr als geschmacklos äußerte.
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Hyäne Hyäne PM senden PM senden verfasst: 11.04.2008, 19:21
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19.11.08

Bush – the Man of Peace!



Die Redaktion BAHAMAS beglückwünscht die Regierungen der Vereinigten Staaten von Amerika und Großbritanniens und ihre Verbündeten, besonders die Regierungen von Spanien, Portugal, Italien, Dänemark, Tschechien, Polen und Ungarn, die sich den erpresserischen Zumutungen Deutschlands und Frankreichs nicht gefügt haben, zu ihrem schnellen Sieg über das irakische Baath-Regime. Mit Erleichterung nimmt die Redaktion zur Kenntnis, daß dieser erste antifaschistische Waffengang im neuen Jahrhundert, auf Seiten der Alliierten und auch unter der irakischen Zivilbevölkerung weit weniger Opfer kostet, als angesichts der äußersten Bösartigkeit und Unmenschlichkeit des Saddam-Regimes zu befürchten war.

Die Redaktion stimmt in den Jubel der irakischen Bevölkerung über ihre Befreiung ein. An Bewunderung grenzende Verblüffung löste insbesondere die politische Weitsicht der Bevölkerung Bagdads aus, die in ihren tatsächlichen und symbolischen Unmutsbekundungen, sich zunächst gegen Einrichtungen des verhaßten Regimes, dann gegen solche ihrer Verbündeten wie die UN oder Deutschland richtete und schließlich sogar den häßlichen Amerikaner entdeckte und schmähte: Jene, die als menschliche Schutzschilde dem faschistischen Saddam-Regime bis zuletzt die Stange gehalten haben.

Unsere besten Wünsche gelten insbesondere der Bevölkerung und Regierung Israels, denn die Befreiung der irakischen Bevölkerung ist zugleich die Befreiung Israels und der Juden weltweit von einem besonders gefährlichen antisemitischen Todfeind.

Mit größter Genugtuung nimmt die Redaktion zur Kenntnis, daß der Sieg der antifaschistischen Koalition eine schwere Niederlage Deutschlands bedeutet, nicht nur seiner Regierung, sondern auch jener 90 % der Landsleute, die sich dem unmenschlichen Machtkalkül ihrer Oberen vorbehaltlos angeschlossen haben. Möge die Erstürmung und Plünderung der deutschen Botschaft in Bagdad ihnen eine Warnung sein, daß die Welt, dem schmutzigen Bündnis Deutschlands mit allen Mächten der Unterdrückung nicht weiter tatenlos zusehen wird.

Die Einnahme Bagdads und die Freudenfeiern der Iraker im ganzen Land am 09.04.2003 lassen die Hoffnung wachsen, daß die antisemitische Internationale, in die sich die UN ebenso wie old europe und der größte Teil der islamischen Welt und und und eingereiht haben, auf ihrem Siegeszug aufgehalten werden kann. Die Befreiung des Irak steht auch für den totalen Bankrott der europäischen und allen voran der deutschen Linken. Die Welt hat gesehen, mit welchem Unheil diese antiimperialistischen Friedensfreunde jederzeit zu kollaborieren bereit sind und der Haß auf diese menschlichen Schutzschilde jeder Barbarei wächst.

Der Frieden für den Irak ist noch kaum gewonnen, die Befreiung von Armut, Dummheit und Islamismus wird Jahre dauern – ob sie wirklich gelingt, vermag niemand zu sagen. Der Sieg über das Baath-Regime und die jetzt mögliche pax americana bzw. pax britannica ist allerdings die alternativlose Voraussetzung für jede menschliche, politische und ökonomische Verbesserung im Irak.

In diesem Sinne ist heute jenen kurdischen Kämpfern beizupflichten, die am 09.04.2002 auf ihrem triumphalen Vormarsch ein Transparent hochhielten, auf dem zu lesen war: Bush – the man of peace.



Redaktion BAHAMAS, 10.04.2003
http://www.reda...-bahamas.org
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Hyäne Hyäne PM senden PM senden verfasst: 11.04.2008, 19:23
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Jaja die (BA)HAMAS icon_biggrin
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Hippycrust Hippycrust PM senden PM senden verfasst: 12.04.2008, 15:09
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23.06.08

HyäneJaja die (BA)HAMAS icon_biggrin


Da fährt ja jemand mal richtig die Dampframme der Kritik auf, also du bist mir ja einer. icon_lol



Naja, ich werde jetzt keine Gegenargumente anführen wie es Serum tut, wozu denn auch, also nix für ungut Serum.
Ich halte es einfach für schlichtweg egal was es an Gegenargumente gibt, denn bei der Ablehnung der Bahamas, die für ihre "Kritiker" eh stets in der Person Justus Wertmüller repräsentiert wird bzw. schon längst mit diesem identisch ist, geht es ja nicht um irgendwelche rationellen oder differenzierten Kritikpunkte/Betrachtungsweisen, die man sonst ja immer und überall fordert, sondern es ist schlichtweg der Hass. Der Hass auf die Bahamas, weil sie das Scheitern der Linke, ihr Zurückbleiben hinter der Geschichte in alle Welt hinaus schreit.

Ansonsten bleibt nur noch zu sagen, als Kritiker finde ich Justus Wertmüller cool, egal wie wenig Tassen, der noch im Schrank haben mag und die Bahamas zählt trotz alledem immer noch zu einer der lesenswertesten Zeitschriften, die ich kenne. ficktmich
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Hyäne Hyäne PM senden PM senden verfasst: 12.04.2008, 16:45
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19.11.08

Natürlich mir als dem achso großen "Verfechter der Linken" geht es nur darum meinen Hass auf die Bahamas loszuwerden,es ist natürlich undenkbar wirkliche Kritikpunkte in den brillianten Artikeln dieses Blattes ausfindig zu machen icon_lol
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Hyäne Hyäne PM senden PM senden verfasst: 12.04.2008, 17:00
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Und da dies so ist pflichten wir der Bahamas bei:sollen unsere westlichen Industriestaaten Friede und Freiheit über die Völker dieser Erde bringen,auf das sie in Freiheit verhungern können. icon_biggrin
Bevor es jetzt wieder los geht ich will damit nicht den Terror des faschistischen Baathregimes relativieren,musste ich jetzt noch sagen icon_cool
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Hippycrust Hippycrust PM senden PM senden verfasst: 12.04.2008, 18:47
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HyäneNatürlich mir als dem achso großen "Verfechter der Linken" geht es nur darum meinen Hass auf die Bahamas loszuwerden,es ist natürlich undenkbar wirkliche Kritikpunkte in den brillianten Artikeln dieses Blattes ausfindig zu machen icon_lol


na endlich hast du es kapiert, mensch, du ich hab mir echt schon Sorgen gemacht, dass du mich total falsch verstehst clap

HyäneUnd da dies so ist pflichten wir der Bahamas bei:sollen unsere westlichen Industriestaaten Friede und Freiheit über die Völker dieser Erde bringen,auf das sie in Freiheit verhungern können. icon_biggrin


Wenn die westlichen Industriestaaten aus dem Kapital immanenten Zwang heraus Wert zu verwerten und der Schizophrenie, die den Liberalismus kennzeichnet (die Freiheit des Menschen synonym mit der Freiheit der Märkte zu setzten), dabei diese "Freiheit" durch den Sturz von fachistischen Regimes vorran treiben, halte ich das für positiv. Wenn die USA die negative Aufhebung des Kapitals bekämpfen befördert es letztlich die Möglichkeit seiner positiven Aufhebung.
Alternativen zur Bekämpfung des Faschismus auf geopolitischer Ebene würden mich dann schon mal interessieren? Also schieß los.

HyäneBevor es jetzt wieder los geht ich will damit nicht den Terror des faschistischen Baathregimes relativieren,musste ich jetzt noch sagen icon_cool


Klar natürlich....ich dachte ja schon die ganze Zeit, dass du so ein sadamtreuer Exil - Iraker bist, der nach Sadams Sturz geflohen ist. langweilig
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Hyäne Hyäne PM senden PM senden verfasst: 13.04.2008, 15:05
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19.11.08

@Hippycrust: und weisst du was, ich hab keinen Plan wie dieses Regime sonst untergegangen wäre.Das macht Amerika allerdings kein Stück besser.Es hat dabei lediglich in dem gewohnten Kalkül gehandelt und sich einer militärischen wie wirtschaftlichen Bedrohung entledigt.und verdammt noch mal bei so einem riesigen Haufen Scheisse überhaupt noch von richtig oder falsch zu sprechen ist ja wohl blanker Hohn.Natürlich gibt es viele Menschen,die durch den Einsatz gerettet wurden,aber wieviele starben und sterben noch heute?Und bekämpft wird der Faschismus so schon gar nicht,er wird begrenzt und verschwindet höchstens auf Zeit.Seine Wurzeln bleiben weiter vorhanden,bei den Staaten, die ihn offen auf den Fahnen tragen,wie bei denen die vorgeben ihn zu bekämpfen.
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Hyäne Hyäne PM senden PM senden verfasst: 13.04.2008, 15:48
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19.11.08

so hab gerade was noch pauschalisierenderes zu dem Thema "antideutsch" gefunden als das was ich manchmal loslasse:

Bessere Israelis oder falschen Freunde?
Die «Antideutschen» sind einem langen Diskurs entsprungen und nicht leicht zu verstehen


Sie sind auf allen Pro-Israel-Kundgebungen, sie waren da, als der iranische Präsident Ahmadinedschad angeblich das WM-Spiel Iran-Mexiko besuchen sollte und es doch nicht tat, sie passen immer gut auf - auf Israel, aber in Deutschland. Sie sind kaum greifbar, meiden mehrheitlich die Öffentlichkeit, fühlen sich unverstanden, haben keine Namen. Sie sind deutsch und gegen Deutschland, links aber für Amerika und vor allem Israel, die «besseren Israelis» oder die «falschen Freunde Israels» wie es wahlweise in der Presse heißt. Sie sind vor allem schwer zu erklären - die Antideutschen. Selbst Justus Wertmüller, Herausgeber des seit 1992 dreimal jährlich erscheinenden Magazins «Bahamas - Berliner Zeitung für das antideutsche Spektrum», kann das eigene Anliegen nicht in kurze Worte fassen. Er muss dazu weit ausholen und zurückgreifen in der Geschichte, von Kolonialismus und Imperialismus über das Dritte Reich zur jüngeren deutschen Vergangenheit, der Wiedervereinigung.



Der Diskurs

Ganz offensichtlich ist hier etwas ziemlich theoriebelastet, muss einem langen Diskurs entsprungen sein. Tatsächlich - die Kritische Theorie Adornos wird da als Anfang genannt, die marxistische Linke, die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit. Und dann ist da eine lange und unübersichtliche Geschichte der linken Szene in Deutschland, die sich immer weiter spaltete, in den Haaren lag, weiter spaltete.

Antinational war die linke Szene immer, einige ihrer Vertreter mehr als andere. Manche meinten, Nationalismus und Faschismus seien besonders dem deutschen Wesen eigen, und sahen in der Wiedervereinigung den Auftakt zu einer neuen deutschen Großmachtpolitik, zu neuem Nationalsozialismus, gar zu einem vierten Reich. Die Euphorie über die deutsche Einheit verschliff ihrer Meinung nach die Geschichte und die Verbrechen durch den Antisemitismus. Der Bundesrepublik sprachen sie daher das Existenzrecht ab. Ihre Maxime wurde die uneingeschränkte Solidarität mit Israel. Sie wurden als antideutsch bezeichnet und fühlten sich damit in guter Gesellschaft. «Wer während der letzten hundert Jahre als antideutsch kritisiert wurde, war meist ein ehrenwerter Mensch», sagt Wertmüller und verweist auf Propagandaminister Josef Goebbels, der Oppositionelle so bezeichnete. Zum Jahrestag des Bombardements von Dresden wünschten sich die Antideutschen erneuten Bombenhagel auf die Stadt: «Bomber Harris, do it again» skandierten sie bei dieser Gelegenheit. Sie wittern deutschen Nationalchauvinismus und Antisemitismus bei Günther Grass, bei Martin Walser, bei Kriegsgegnern. Als Extremisten werden sie daher bezeichnet, als Hardcore-Ideologen. Der 11. September sorgte für weitere Verwirrung in der linken Szene. War das nun islamische Barbarei oder antikapitalistischer Widerstand gegen den Westen? Die Antideutschen fanden ersteres klar zutreffend und begeisterten sich für Amerikas Reaktion, für die Kriege in Afghanistan und dem Irak. Sie erkannten darin eine Parallele zum antifaschistischen Kampf der Alliierten. Die kritische Haltung der Deutschen zum Irakkrieg kam für sie einem Verbünden mit dem Islamismus gleich, Kriegsgegner waren ihnen gleich Antisemiten. So viel Konstruktion erntet nicht immer Verständnis.



Die Kritiker

Links aber pro-Amerika, ein klassischer Widerspruch. Auf die Bahamas sollten sie auswandern, schlug man den Antideutschen in linksinternen Auseinandersetzungen angeblich vor. Das antideutsche Magazin «Bahamas» soll so seinen Namen erhalten haben. Der Verfassungsschutz beschäftigt sich mit den Antideutschen als Vertretern des linksextremistischen Spektrums. «Sie vertreten ein kommunistisches Weltbild und koppeln eine uneingeschränkte israel-solidarische Haltung mit einer strikten Islamfeindlichkeit. Nach ihrer Überzeugung gilt Israel als der Idealstaat ... (sie) fordern die sofortige Auflösung des deutschen Staates», heißt es dort auf Anfrage. Laut Wertmüller solidarisieren sich die Antideutschen in ihrer Islamablehnung wiederum mit der muslimischen Frau, die von Patriarchen und Kopftuch unterdrückt sei. Laut Verfassungsschutz nutzen Antideutsche die israelische Flagge auf Demonstration, um pro-palästinensich eingestellte Teilnehmer zu provozieren. Vorwürfe von extremem Rassismus redet Justus Wertmüller herunter, er redet viel, redet ohne Pause, redet, als müsse er sich ins Recht reden. Nun bringt der Libanon-Konflikt ein neues Dilemma. Israels militärische Aktionen haben die Antideutschen euphorisiert, jetzt droht durch deutsche Truppenentsendung wieder großimperialistisches Gehabe des verhassten Staates. Zur antideutschen Haltung herrscht ein harter Schlagabtausch in den Medien der linken Szene. Dabei wirken die Antideutschen hauptsächlich mit sich selbst beschäftigt, losgelöst von der Welt. Passend lautet der Titel einer ihrer Publikationen «Phase 2 - Zeitschrift gegen die Realität». «Für das antideutsche Sektenbewusstsein scheint der eigene Bauchnabel die Welt», sagt Autor Robert Kurz. Mit seinem Buch «Die antideutsche Ideologie» wollte er «die Weltpolizei-Ideologie» der Antideutschen von der Kritik des Antisemitismus und des Islamismus trennen und den Kampf gegen den Antisemitismus in den Kontext einer globalen Krisenentwicklung stellen. Für ihn zeigt bereits der paradoxe Name, „dass es sich um eine sehr deutsche Angelegenheit handelt. Die Antideutschen erklären jede soziale Kritik und Bewegung per se als «antisemitisch»... sie wollen gar nicht im Sinne eines Kampfes gegen den Antisemitismus auf die Gesellschaft einwirken, sondern in ziemlich deutscher Manier nur 150-prozentige Anhänger sammeln und sich als heroische, einsame Instanz imaginieren. Leider sind in den letzten Jahren verstärkt junge Leute in die Szene geraten, die meisten haben weder den Kalten Krieg noch die Wiedervereinigung erlebt!»



(Anti)deutsch

Aufgrund des Libanon-Konfliktes habe man plötzlich wieder viel Beachtung, Justus Wertmüller nervt das. Warum, wenn er doch die Welt ändern will? Doch die Antideutschen suchen die Öffentlichkeit nicht. Sie sind bundesweit nicht fest organisiert, lediglich verbunden in Gesinnung. Die Auflage des Bahamas-Magazins ist klein, die Aufmerksamkeit des Verfassungsschutzes dazu unproportional groß - das sieht Wertmüller als Erfolg. Die Antideutschen ändern die Welt lieber aus dem Hintergrund heraus. Sie publizieren in «Konkret», in «Jungle World», oder «T-34», ein Magazin benannt nach einem sowjetischen Panzertyp, mit dem die Rote Armee schließlich Hitler-Deutschland besiegen konnte. Impressi sind zuweilen nicht leicht zu finden, Kontakt-Emails unverbindlich allgemein und Gesichter selten. Justus Wertmüller ist einer der wenigen, der sich äußert, auch nur am Telefon, eigentlich spricht auch er nicht mit Zeitungen. Wie man dazu kommt, sich ziemlich verbissen einem Kampf zu verschreiben, bei dem einen die halbe Welt für verrückt hält, was die Antideutschen persönlich treibt, alle Energie in ihren ungebetenen Kampf für Israel und nicht etwa in Umweltschutz oder Briefmarkensammeln zu stecken, darüber halten sie sich bedeckt. Inzwischen sind die Antideutschen durchaus salonfähig. Für eine Diskussion zum Kampf gegen die Hisbollah etwa gewannen sie im vergangenen August den außenpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Eckart von Klaeden sowie Michel Friedman, den früheren Vize im Zentralrat der Juden, ebenfalls CDU. Dafür hat Jürgen Elsässer, Journalist der «Jungen Welt» und ehemals selbst Vertreter antideutscher Auffassung, inzwischen wenig Verständnis. Die Vertreter der Antideutschen hätten Karrierechancen gewittert, schreibt Elsässer, sie näherten sich immer mehr den amerikanischen Neocons an und instrumentalisierten Auschwitz so kaltschnäuzig wie diese.



Die Wirkung

Wie wirkt es, wenn Deutsche sich ungefragt zu den Watchdogs Israels machen? „Peinlich" meint Autor Robert Kurz. Israel müsse als jüdischer Staat verteidigt werden, das stehe außer Frage. Den Antideutschen ginge es allerdings um eine eigene Identitätspolitik, sie wollten die besseren Israelis sein. Sie sähen sich als moralische Instanz, vor der die Welt sich rechtfertigen müsse, einschließlich kritischer Israelis selbst.
Valeria von Machlevski

«Jüdische Zeitung», Oktober 2006
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Hyäne Hyäne PM senden PM senden verfasst: 13.04.2008, 15:51
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Klasse Text mit sämtlichen Despoten drin icon_biggrin
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serum serum PM senden PM senden verfasst: 13.04.2008, 17:36
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@Hyäne
du schreibst:
Zitatso hab gerade was noch pauschalisierenderes zu dem Thema "antideutsch" gefunden als das was ich manchmal loslasse:


Da zitierst du aus Quellen, die du sonst nicht lesen würdest, glaubst einen Artikel gefunden zu haben, der dir, mehr als dir lieb ist, aus der Seele spricht.
Langsam wirst du echt peinlich.
Langsam wird es mir peinlich, überhaupt mit dir zu schreiben.

Aber wen juckts, dass du dich wider den "Antideutschen" zu profilieren ver-suchst?

Mich mal nicht. Und das sage ich nicht, weil ich mich der inhaltlichen Auseinandersetzung streue, sondern weil ich überhaupt keinen Sinn mehr erkenne, dir zu schreiben, weil ich dich nicht mehr als einen ernst zu nehmenden Disputanten wahrnehmen kann.

Zu meiner Schande muss ich noch gestehen, das ich im Eifer des Gefechtes überhaupt nicht mit aller Deutlichkeit vor Augen geführt habe, welche viel versprechenden Worte aus dir gefallen sind.
Ich verweise auf deine Machtansprüche, mit allen Mitteln mich mundtot zu machen, ich verweise auf deinen Umgang, mich von der Nutzung eines öffentlich zugänglichen Forums auszuschließen. Möge dir das in gewissen Lokalitäten ermöglicht werden.

Deshalb werde ich deine Worte in die Tat umsetzen und mich nicht mehr an einem Disput mit dir beteiligen.

Ich rate dir einen Coach an die Seite, der kann deiner politischen Selbstfindung und deiner Distinktion beiwohnen, vielleicht besorgt er dir auch einen guten Analytiker, der dir auf der Couch liegend, gewisse Nettiquetten nahe bringt, die unverfroren auch dazu beitragen, im Alltag gerade nicht deine Allmachtsphantasien ausleben zu müssen.

Dein Couch aber wird dir dann als Erstes raten, Quellen zu zitieren, mit denen du auch was anfangen kannst, mit denen du vertraut bist. Und die du nicht unbedingt zur Untermalung eigener Denkleistungen vorweisen musst.

Aber um den zu finden, müsstest du erst einmal deinen anarchistischen Eskapismusschleier wegwerfen, zu dem du Wille, Mut und Tatendrang vorweisen musst. Schaffst du das? icon_lol
Möge Gott dir dabei beistehen icon_biggrin
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Hyäne Hyäne PM senden PM senden verfasst: 13.04.2008, 19:34
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Und hier hat sich uns eindrucksvoll ein weiterer Despot präsentiert icon_biggrin Der glaubt alles und jeden zu kennen,zu fassen und zu erklären,und versucht sich in seiner daraus rührenden Arroganz eigens eine Art "Martyrium" zu schaffen.Zu dem Text hätte ich mehr als genügend kritische Worte schreiben können.Fände aber Ausführungen manch anderer dazu ganz interessant.Aber scheinbar hab ich damit wohl einen Nerv getroffen icon_biggrin
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Hyäne Hyäne PM senden PM senden verfasst: 13.04.2008, 19:50
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19.11.08

So und jetzt noch nach dem Motto :"Wenn dann aber konsequent gegen alles".Ein Text über einen Herrn der "anderen Seite".Und wieder aus Quellen die ich sonst ja nie lesen würde,aber einen Text gefunden hab der mir mehr aus der Seele spricht,als mir lieb ist icon_biggrin

Der Querfrontkopf

Zugegeben: Neu ist das Konzept nicht gerade. Bereits in der Weimarer Republik gab es zahlreiche Versuche, vermeintliche oder tatsächliche ideologische Gräben zwischen Linken und Rechten zu überwinden und eine Querfront für Volk & Vaterland zu schmieden; für derlei Unternehmungen standen beispielsweise Oswald Spengler und Arthur Moeller van den Bruck und ihre Idee eines „nationalen Sozialismus“, Ernst Zehrer und sein „TAT-Kreis“, die Strasser-Brüder und ihre Vorstellung von einem deutschen Antikapitalismus, Fritz Wolffheim und Heinrich Lauffenberg und ihre nationalkommunistische Volksgemeinschaft auf der Grundlage einer „Gemeinwirtschaft der Arbeiter“ und nicht zuletzt der Nationalrevolutionär Ernst Niekisch und sein Traum von einem völkisch-großdeutschen Imperium. Doch auch nach der Niederschlagung des Nationalsozialismus verloren solche Konzepte keineswegs an Attraktivität; vor allem Henning Eichberg, der Deutschland als „Opfer des Imperialismus“ und als Kolonie „raumfremder Supermächte“ sah, bekam als Neuer Rechter auch in der Linken reichlich Zuspruch. Eine gemeinsame Grundlage für die Herausbildung und Förderung einer nationalen, also deutschen Identität fand sich dabei stets in der Negation all dessen, was für westlich, jüdisch und dekadent gehalten wurde; dafür stehen Ideologien mit Weltanschauungscharakter: Antisemitismus und Antizionismus, Antiamerikanismus, Antiintellektualismus, Antikapitalismus und Antiimperialismus sowie Antiliberalismus.

Querfrontbestrebungen formeller wie informeller Art erfreuen sich bis heute ungebrochener Beliebtheit. Gehe es nun um die Proteste gegen den Irak-Krieg oder Hartz IV, gegen Globalisierung oder Israel – nicht selten marschieren Neonazis Seit’ an Seit’ mit Friedensbewegten, Ökopaxen und Linksradikalen; die Distanzierungsversuche letzterer fallen in der Regel vor allem deshalb so dürftig aus, weil es schlicht an Argumenten für eine Abgrenzung fehlt, wo Kongruenzen und Überschneidungen allzu offensichtlich sind. Und diese Schnittmenge ist – vor allem nach der so genannten zweiten Intifada und Nine-Eleven – noch größer geworden, seit Teile der Linken wie der Rechten den Islam für sich entdeckt oder doch zumindest festgestellt haben, dass der Feind ein gemeinsamer ist.

Ein täglich erscheinendes Organ hat diese neue Querfront auch, und das schon länger: Es ist die junge Welt mit ihren Pirkers, Rupps und Göbels – und seit vier Jahren auch wieder mit einem besonderen Aushängeschild: Jürgen Elsässer. Früher mal beim Kommunistischen Bund (KB) und deren Zeitung Arbeiterkampf aktiv, war er in der Folge zunächst bis Juni 1997 leitender Redakteur bei der vormaligen FDJ-Zeitung, betrieb nach deren Spaltung eine Weile die Wochenzeitung Jungle World mit und wurde im April 1999 Redakteur der Monatszeitschrift konkret, bevor ihn deren Herausgeber Hermann L. Gremliza im Dezember 2002 vor die Tür setzte, als es Elsässer – der zu seinen besseren Zeiten durchaus wusste, was Antisemitismus ist und welche Absichten sich in der „Israel-Kritik“ manifestieren – nach den Massen dürstete und er wieder auf den Antiimperialismus kam. Seitdem schreibt er – was allemal konsequent ist – wieder für die Nationalbolschewiken und ist darüber hinaus bei der Linksfraktion im Bundestag untergekommen, erst als Mitarbeiter des Abgeordneten Wolfgang Neskovic und nun als Autor des Fraktionsmagazins Clara. Zudem berät er die Fraktion in Sachen BND-Untersuchungsausschuss.

Elsässer intensiviert schon seit einiger Zeit seine Querfront-Aktivitäten. Ende 2002 beispielsweise erschien sein Buch „Kriegsverbrechen – Die tödlichen Lügen der Bundesregierung und ihre Opfer im Kosovo-Konflikt“ in französischer Sprache, und zwar bei L’Harmattan in Paris, einem Verlag, der sich nicht zuletzt der Verbreitung der Schriften von Holocaustleugnern, Israelfeinden und Judenhassern verpflichtet fühlt. Im Februar dieses Jahres dann stellte Elsässer dem Film „Tal der Wölfe“ einen Persilschein aus und mochte in ihm partout keinen Antisemitismus erkennen, obwohl der Streifen vor antijüdischen Klischees nur so strotzt und Elsässers Dementi dementsprechend unversehens zur Bestätigung geriet: „Es gibt im Film zwar einen jüdischen Arzt, der Gefangenen Organe entnimmt und weiterverkauft. Doch er versucht, die Killer an einigen Stellen zu bremsen. Im Vergleich zu ihnen ist er eine eher harmlose Figur – nicht, wie im Klischee, der Drahtzieher, sondern eher der kleine Profiteur der US-Aggression. Wer wollte bestreiten, dass das eine recht zutreffende Allegorie des Verhältnisses zwischen den Regierungen in Jerusalem und in Washington ist?“

An der neuen slowakischen Regierung – eine Koalition aus Sozialdemokraten und Rechtsextremisten – kann der Journalist und Buchautor ebenfalls nichts Schlechtes finden. Und im Juli erschien ein dreiseitiges Interview mit ihm im französischen Hochglanzmagazin Choc du mois (Schock des Monats) – einer rechtsradikalen, verschwörungstheoretischen und antisemitischen Publikation, die in derselben Ausgabe auch gleich eine Unterhaltung mit Jean-Marie Le Pen druckte. Elsässer verteidigte sich damit, die Zeitschrift habe sich das Gespräch „erschlichen“: „Hätte ich gewusst, dass es sich um ein rechtsradikales Blatt handelt, hätte ich das Interview nicht gegeben.“ Er sei „ein freischaffender Publizist, der im Ausland aufs Glatteis geführt wurde“, und jammerte: „Will man mir das vorwerfen?“ Ja, meint Ivo Bozic – denn „die Parameter für eine Bewertung der Zeitung als Nazi-Blatt fehlen“: „Da es sich beim Herausgeber und Chefredakteur um ausgemachte Faschisten handelt, sollte Elsässer vielleicht eher darüber nachdenken, wieso die inhaltliche Schnittmenge zwischen ihm und denen so enorm ist, als darüber, wie es passieren konnte, dass man ihn austrickste.“

Doch damit immer noch nicht genug: Der 49-jährige publiziert zudem in Zeit-Fragen, einem Produkt der offiziell aufgelösten rechten Schweizer Politsekte Verein zur Förderung der Psychologischen Menschenkenntnis (VPM). Und auch hierfür hat er eine Rechtfertigung parat: Das Blatt trete „für Frieden, Menschenrechte, die Wahrung des Völkerrechts und – eine eidgenössische Spezialität – für die Neutralität des Landes ein“, weshalb es „Rechtsradikale und rechte Autoren“ ebenso wenig gebe „wie rechtsradikale oder rechte Themen, wie sich unschwer im Archiv auf http://www.zeit-fragen.ch ersehen lässt“. Ein Blick in eben dieses Archiv genügt allerdings, um das Gegenteil festzustellen; vor allem die aggressive antiisraelische und antiamerikanische Ausrichtung fällt sofort auf. Und in der aktuellen Ausgabe der Zeit-Fragen darf unter anderem der Völkerrechtler Alfred de Zayas schreiben, der die Alliierten des Zweiten Weltkriegs der Kriegsverbrechen an den Deutschen bezichtigt und eine rechtsradikale Münchner Burschenschaft, bei der er gerne Vorträge hält, gegenüber dem Verfassungsschutz verteidigt.

Als Elsässer in seinem Hausblatt junge Welt dann noch gegen „Multikulti, Gendermainstreaming und die schwule Subkultur“ zu Felde zog, erschraken selbst in der Linkspartei einige über ihren Mitstreiter. „Was empfiehlt Elsässer letztlich? Klassenkampf für Hetero-Deutsche. Ich finde: Das ist nicht links, das ist originär rechts. Eine Partei, wie sie nach meiner Lesart Elsässer vorschwebt, gibt es schon. Sie heißt NPD“, befand die Abgeordnete und Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau – und wurde daraufhin von Elsässer mit den Worten „Was für ein geschichtsvergessener Quatsch!“ angekoffert. Sein junge Welt-Kollege Markus Bernhardt sekundierte: Hier hätten „Heckenschützen“ des publizistischen Feindes „erneut das Feuer“ eröffnet; die Parteidisziplin stehe gleichwohl nicht zur Disposition, denn in der Linksfraktion sei es „Konsens“, der „antiislamischen Stimmungsmache“ entgegenzutreten und „für den Dialog mit dem Iran“ zu plädieren.

Schließlich plant der imperialistische Feind einen Weltkrieg, wie Elsässer in einem Interview bei Voltairenet zu berichten wusste. Dabei war seine Gesprächspartnerin eine höchst bemerkenswerte Person – Silvia Cattori ist eine in der Schweiz und Frankreich lebende Journalistin, die dem Muslim Markt kürzlich einmal richtig ihr Herz ausschüttete: Israel sei ein „Apartheidregime“ und der „schlimmste Feind des Friedens“; Israelis sind für sie „Menschen jüdischer Konfession, die aus aller Welt gekommen sind, die Palästinenser aus ihrem Heimatland vertreiben und sie durch Terrorhandlungen dazu gebracht haben, zu fliehen“, und Antisemitismus „ist eine bewusste Irreführung“. Gute Voraussetzungen also für einen entspannten Plausch mit dem deutschen Kollegen, der ihr auch gleich mal erzählte, dass nach 9/11 israelische Agenten festgenommen worden seien, weil diese die USA womöglich mit ihren Kenntnissen über die Vorbereitung der Terroranschläge durch amerikanische Geheimdienste erpressen wollten. George W. Bush sei dumm und nur ein Werkzeug in den Händen von Cheney, Rumsfeld, Wolfowitz und Pearle, die ausschließlich Militär- und Ölinteressen verfolgten und den Präsidenten am 11. September 2001 eigentlich umbringen lassen wollten. Bei der „Propaganda gegen den Iran“ werde auf die „‚jüdische’ Karte“ gesetzt, also eine Bedrohung Israels bloß erfunden; proisraelische Kräfte dominierten dabei die Medien, beispielsweise in Frankreich, und jüdische Journalisten, die für den Krieg gegen Jugoslawien waren, hätten in Deutschland leichter Zugang zu den Fernsehstudios erhalten als Kriegsgegner, weil man ihre „Stimmen für geostrategische Zwecke“ gebraucht habe. Die Neocons sind für Elsässer die neuen Nazis und bereiteten gerade den dritten Weltkrieg „gegen alle Araber und alle Moslems“ vor, „genau wie Hitler, der alle Juden töten und alle Länder angreifen wollte“. Wenn sie nicht gestoppt würden, werde es den Amerikanern ergehen wie den Deutschen in Stalingrad.

Von Cattori danach gefragt, was er von den Nine-Eleven-Theorien eines Andreas von Bülow und eines Thierry Meyssan halte, stimmte Elsässer den beiden Verschwörungstheoretikern zu und bezeichnete ihre Recherchen als „sehr nützlich, um die Wirklichkeit der Fakten fortzusetzen und zu vertiefen“. Auch hier hatte er also keine Probleme, sich einem ausgewiesenen Rechtsextremisten anzuschließen: Über Meyssan schreibt die Publizistin Gudrun Eussner, „dass er seinerzeit mit üppigen Honoraren des von den Vereinigten Arabischen Emiraten finanzierten Zayed-Zentrums der Liga der arabischen Staaten, mit Sitz in Abu Dhabi, durch die arabischen Scheichtümer und durch Saudi-Arabien zieht, um zu verkünden, dass kein Flugzeug ins Pentagon geflogen ist. [...] Der in 28 Sprachen übersetzte, in mehr als 50 Ländern erhältliche Bestseller über den 11. September 2001 ‚L’Effroyable imposture’ wird in deutscher Übersetzung unter dem Titel ‚Der inszenierte Terrorismus, Auftakt zum Weltenbrand?’ [veröffentlicht], herausgegeben vom Verlag ‚Editio De Facto’ des Rechtsextremen Pierre Krebs vom ‚Thule-Seminar’“. Meyssan unterhält zudem gute Kontakte zur Hizbollah und anderen islamistischen Terrorgruppen.

Am 14. Januar des kommenden Jahres landet Jürgen Elsässer nun seinen nächsten Coup. An diesem Tag erscheint nämlich sein neues Buch mit dem bezeichnenden Titel „Angriff der Heuschrecken – Zerstörung der Nationen und globaler Krieg“. Bereits die Vorankündigung lässt nur den Schluss zu, dass der Buchmarkt mit einem national-sozialistischen Traktat beglückt werden wird: „Die einzig verbliebene Supermacht duldet neben sich keine andere Nation. Die Heuschrecken des Kapitalismus fressen alles kahl und verwüsten auch blühende Volkswirtschaften. Wie vor hundert Jahren entstehen rund um den Globus Kolonien und Halbkolonien – sowie Konzentrationslager für die Eingeborenen.“ Noch während des Jugoslawien-Krieges hatte Elsässer scharf protestiert, als die rotgrüne Bundesregierung im Kosovo „KZs“ entdeckt haben wollte – nun findet er ihre Reinkarnation selbst und bewirbt sein Pamphlet mit dem Versprechen einer wahrhaft faschistischen Ästhetik: „Präsentiert wird keine trockene Analyse, sondern ein blutiges Schlachtengemälde: der Aufmarsch einer gewaltigen Armada und die ersten erfolgreichen Gegenstöße des Widerstandes.“ Um das „Imperium der Aliens“ und seinen „denationalisierten Ultra-Imperialismus“ werde es gehen, um die antideutschen Unterstützer der Weltkriegsabsichten der Neocons, um den „globalistischen Faschismus“ made in USA und um den „Antiislamismus“, der „heute die wichtigste Hassideologie“ sei – und natürlich nicht der Antisemitismus –, was wiederum „Auswirkungen auf den antifaschistischen Kampf“ haben müsse. „Die Linke kann nur mit einer populistischen Strategie die Heuschrecken vertreiben“, lautet Elsässers Credo, mündend in die Forderung: „Alle Macht dem Volke, verjagt die Heuschrecken, Schluss mit der Unterordnung unter die US-Politik – das ist die Melodie, die die Verhältnisse zum Tanzen bringen wird.“

Das klingt nicht nur nach einem Querfront-Potpourri aus Niekisch und Eichberg, das wird es auch sein. Oskar Lafontaine und Norman Paech brauchen sich jedenfalls keine Gedanken über ein Gastgeschenk zu machen, wenn sie nächstes Jahr zu Mahmud Ahmadinedjad in den Iran reisen. Nur ins Persische müsste das Buch vielleicht noch übersetzt werden. Aber da findet sich gewiss jemand – bei den Beziehungen.

Verfasst von Liza um 01:55 Uhr – Feedback – Permalink

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