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Bakunin |
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Dauergast
Beiträge: 665
Status: offlineletzter Besuch: 21.11.08 |
Ich lese grad "Gott und der Stadt " von Michail Bakunin. Ganz interessant, aber ich hätte mal ne Frage. Ich gehört, der Bakunin sei Antisemit gewesen. Weiß jemand da watt genaueres rüber? Ich vermute wenn dies zutrifft hat dies mit seiner Zusammenarbeit mit den Panslawisten (also russischen Nationalisten zu tun) editiert von: Trolliwer, 07.01.2008, 21:15 Uhr |
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Webmaster
Beiträge: 1819
Status: offlineletzter Besuch: 15.11.08 |
Das ist tatsächlich eine interessante Frage, zu der ich leider wenig beitragen kann, außer dass ich auch in den Schriften Proudhons antisemitische Elemente finden. Erklärt werden kann die eventuell mit dem damals allgemein Richtung Antisemitismus tendierenden Zeitgeist. Allerdings hab ich mich zu wenig damit beschäftigt um da wirklich viel zu sagen zu können. |
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Fingerwundschreiber
Beiträge: 205
Status: offlineletzter Besuch: 20.08.08 |
ich hab das buch auch gelesen,klassiker! ihr kennt bestimmt den zwist zwischen bakunin und marx,der auf einer wirklich profanen und egoistischen ebene geführt wurde.marx war jude,und im laufe der zeit wurde bakunin antisemitische tendenzen angedichtet,da er eben jenen marx als witzfigur des öfteren karikierte! oft wurde bakunin eben dieser antisemitismus vorgeworfen. ich hab allerdings auch gehört,dass bakunin "Grenzwertige" dinge sagte,irgendwo soll das auch stehen.wär für mich allerdings ein paradoxum,wenn ein mitbegründer der anarchistischen theorie solche dinge vom stapel gelassen hätte. mich würden quellen von dieser "antisemiten-these" absolut interessieren |
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2-Finger-Tipper
Beiträge: 84
Status: offlineletzter Besuch: 23.06.08 |
finde ich nicht, dass das paradox wäre bzw. ist. Für Quellen wäre ich auch dankbar, hab auch schon gehört, dass neben Proudhns auch z.B. Charles Fourier antisemitisch war. |
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Forum-als-Startseite-Haber
Beiträge: 469
Status: offlineletzter Besuch: 17.03.08 |
Wieso? |
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Dauergast
Beiträge: 665
Status: offlineletzter Besuch: 21.11.08 |
Hab in einer Schrift von meinem Liebling-Anarchisten Erich Mühsam einen interessanten Part gefunden: Die Parallele von Bismarcks untheoretischer Praxis und Marxens unpraktischer Theorie hat schon vor 5 1/2 Jahrzehnten Michael Bakunin gezogen, der von oberflächlichen Beurteilern vielfach als Antisemit und Deutschlandfeind ausgegeben wird. Er war beides nicht und hat sich ausdrücklich dagegen verwahrt, für das Eine oder das Andere gehalten zu werden. Dennoch tobt er in seinen Polemiken immer wieder mit wütendem Haß gegen „die Deutschen“ und „die Juden“. Mögen unsere Hakenkreuz-Teutonen wissen, daß Bakunin beide Ausdrücke gebrauchte, um ein und dieselbe Eigenschaft damit zu bezeichnen, eben die, für die ich das Wort Bismarxismus vorschlage. Bakunin schimpfte auf die deutschen Juden und auf die jüdischen Deutschen und meinte den von dem Deutschen Bismarck und von dem Juden Marx in gleicher Feindschaft gegen Menschenwert und Freiheit geübten Geist der Despotie und der zentralistischen Autorität; unter diesem Gesichtspunkt identifizierte er die Begriffe Deutschtum und Judentum volständig, selbstverständlich in vollem Bewußtsein dessen, daß er damit nur eine einzige Untugend charakterisiere, für die ihm eine bestimmte Art Deutsche und eine bestimmte Art Juden repräsentativ schienen. Aus „Fanal, Anarchistische Monatszeitschrift“, Jg. 1, Nr. 5, Februar 1927 |
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Dauergast
Beiträge: 665
Status: offlineletzter Besuch: 21.11.08 |
Folgendes hab ich noch in nem Forum von Indymedia ( original-Link: http://de.indymedia.org/2002/01/13556.shtml )gefunden: Zum Antisemitismus von Bakunin Sarah M. 16.01.2002 - 19:20 Wegen der Nachfrage bezüglich Bakunins (zu der auch Max Nettlau forschte und publizierte) hier eine kurze Notiz. Ansonsten denke ich, daß wir mehr über/zu Attac debattieren sollten, denn das ist ja das Thema hier. Zum Begriff des Anarchismus und Kommunismus existieren in Indymedia zwei andere Foren. Marx hatte mehr eine polemische Schnodderschnauze, war aber kein wirklicher Antisemit. Auch Juden polemisieren manchmal erregt gegen Juden, ohne deshalb antisemitisch zu sein. Bakunin war aber ein gestandenerer Antisemit. Väterchen Heinrich, ein Widerstandskämpfer und Kommunist, der auch in der DDR verfolgt wurde und im Knast saß, schreibt diesbezüglich in seinen Memoiren, worin er aber mit seinen Kindheitserinnerungen an Erich Mühsam begann (weil sein Vater mit Erich Mühsam befreundet war): >>Was den Antisemitismus Bakunins anbetrifft, so verstieg er sich zu folgender widerlichen Bemerkung: "Selbst ein Jude, hat er (Marx) um sich in London und Frankreich, vor allem aber in Deutschland eine menge kleiner mehr oder weniger gescheiter, intriganter, beweglicher, spekulierender Juden, wie es die Juden überall sind, Handels- oder Bankagenten, Literaten, Politiker, Korrespondenten für Zeitungen alle Schattierungen, mit einem Wort, literarische Makler, die wie sie finanzielle Makler sind, einen Fuß in der Bank, den anderen in de sozialistischen Bewegung und mit dem Hintern auf der deutschen Tagesliteratur sitzend, sie haben sich aller Zeitungen bemächtigt - und ihr könnt Euch vorstellen, welche brechreizerregende Literatur sich daraus ergibt. Nun, dies ganz jüdische Welt, die eine ausbeuterische Sekte, ein Blutegelvolk einen einzigen fressenden Parasiten Bildet..., diese jüdische Welt steht heute zum großen Teil einerseits Marx, andererseits Rothschildt zur Verfügung." Diese Bemerkungen Bakunins könnten der Feder des Nazibarden Julius Streicher entstammen. ich danke dem antireligiösen Kommunisten Karl Marx dafür, daß er den Antisemiten Bakunin aus der Internationale ausgeschlossen hat! Dazu existieren Bücher und Dokumente und wer es will, kann Bakunin auch bezüglich seines Rassedünkels selbst lesen. Bakunin hat Marx ja auch vorgeworfen, dieser würde die "Rasse" der Deutschen arbeiten. Zur Entstehung der Rasseideologie ist das Buch "Die Entstehung des Rassismus in Europa" von G.L. Mosse sehr zu empfehlen. Darin findet Ihr auch einiges zu Proudhons Antisemtismus. Buenaventura 17.01.2002 - 12:45 mal nachlesen. das würde zwar meiner Überzeugung, dass der Anarchismus die vernünftigste Gesellschaftsform ist, keinen Abbruch leisten. na ja, der Michail wäre dann aber wohl out. leider wird zur Zeit sehr oft Antisemitismus geschrien, wo eher Projektion das Problem ist. deswegen glaube ich dir das mal nicht aufs Wort, sondern will nachprüfen. ich hab aber bis jetzt noch nix Antisemitisches in Anarchistischer Literatur gelesen. 18.01.2002 - 14:04 in welchem Buch Bakunins soll denn das stehen? |
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Fingerwundschreiber
Beiträge: 156
Status: offlineletzter Besuch: 19.04.08 |
bakunin is vllt für die geschichte interessant,aber es wird zeit ,dass sich die anarchistische bewegung endlich mal entstaubt und modernere theorien aufnimmt und weiterentwickelt... von dem antisemitismus ganz zu schweigen...und ich kann hippicrust nur zustimmen,dasz es nicht verwunderlich ist... editiert von: yanniC, 14.01.2008, 00:41 Uhr |
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Dauergast
Beiträge: 665
Status: offlineletzter Besuch: 21.11.08 |
Hab in Gott und der Staat übrigens z.T. sehr speziesistische Züge gefunden |
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Junger Padawan
Beiträge: 14
Status: offlineletzter Besuch: 05.06.08 |
also Bakunin denkt ziemlich völkisch. Er spricht jedem Volk typische Eigenarten zu und redet viel in Klischees. Bei ziemlich vielen Personen, über die er spricht gibt er auch Herkunft an. bspw. Marx, als Jude und als Deutscher, sagte..." Da kommt schon so einiges, wo es einem heute aufstößt allerdings in der damaligen Zeit (leider) normalzustand. Antisemit würde ich ihn nicht nennen, da er alle "Völker" gleich in Schubladen steckt. Sein Deutschenhass ist wohl nicht zu leugnen aber sehr lustig zu lesen :D Er hat davon abgesehen auch nicht nur Hass sondern auch ne Menge Bewunderung für die deutschen. Im Gegenteil. Von Bakunin kann man sagen, einen politischen Anspruch zu haben, was man großen Teilen der aktuellen anarchistischen Bewegung nicht umbedingt bescheinigen kann. |
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