Diese Frage könnte sich einem aufdrängen, wenn man diesen Beitrag zur momentanen Diskussion über den 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag im Trierer Medienblog liest. Zumindest die Argumentation erinnert in frappierender Weise an Thomas Leifs Film "Quoten, Klicks und Kohle", einer ausgewogenen Darstellung der Vor- und Nachteile ziemlich tendenziösen und einseitigen Brandrede für umfassenden Onlineaktivität der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender.
Der Film soll hier aber nicht weiter Thema sein, sondern vielmehr besagter Blogeintrag. In diesem wird sich, unter Berufung auf einen Artikel auf Spon, darüber brüskiert, dass die Entscheidung - die übrigens noch keine Entscheidung ist - der Ministerpräsidenten den Onlineaktivitäten von ARD und ZDF Grenzen zu setzen quasi der Untergang des Abendlandes sei.
Zurückgegriffen wird dabei auf eine abenteuerliche Argumentation, die hier ausschnittsweise als eine Art Best-Of wiedergegeben wird.
QUOTE:
Ist dies der Anfang vom Untergang des öffentlich-rechtlichen Rundfunks?
Für solch düsteren Zukunftsvisionen bietet die "Entscheidung" absolut keine Grundlage und das auch trotz der Tatsache, dass immer mehr vom Fernsehen zum Internet abwandern.
QUOTE:
Ist es eine Schlappe von ARD und ZDF oder eine Schlappe der Politik,
die wieder einmal dem wirtschaftlichen Interesse Weniger den Vorzug vor
dem Interesse des Bürgers gegeben hat?
Nun, vielleicht sollte man sich fragen, ob die Mehrheit der Bürger tatsächlich ein Interesse am Angebot des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hat. Quoten und allgemeines rumgezettere, wenn mal wieder ein GEZ-Vertreter vor der Tür steht sprechen hier zumindest partiell eine andere Sprache.
QUOTE:
Dem einzigen Anbieter [gemeint ist ARD/ZDF, d. Verf.], der wirklich frei von wirtschaftlichen und
politischen Interessen und Rücksichtnahmen und ohne Blick auf die
Kapitalrendite eines Angebotes tätig ist [...]
Ja wirklich frei sind ARD/ZDF, frei von Schleichwerbeskandalen, frei von politischer Meinungsmache, frei von schlechter Recherche, ja frei sind ARD & ZDF wirklich...
Ich will damit nicht sagen, dass die Privaten besser sind oder dass es gar keinen Qualitätsunterschied zwischen öffentlich-rechtlichem Rundfunk und Privatsender gibt, aber weder sind die einen die Ausgeburt des Bösen, noch die anderen das personifizierte absolut Gute.
Ein wenig mehr Sinn für's Differenzieren sollte von einem angehenden Medienwissenschaftler schon erwarten. In seiner jetzigen Form strotz der Beitrag jedenfalls vor unhaltbaren Aussagen und plumper Schwarz-Weiß-Malerei.