News [1]: Termine für's Saarland [2]

verfasst von : AntiNationale_Offens am 11.03.2008, 16:42 Uhr
Termine [3]

  1. 15.03. Solikonzert für Linke Freiräume @ JUZ St. Ingbert [4]

  2. 16.03. Infoveranstaltung "Anarcho-Syndikalismus" + Konzert @ JUZ Neunkirchen [5]

  3. 17.03. Infoveranstaltung "Anarchistische Strömungen" + Konzert @ JUZ Wadern

  4. 18.03. Aktionstag "Freilassung politischer Gefangener" @ St. Johanner Markt Saarbrücken


zu 1)


Samstag, 15.03. Solikonzert @ JUZ St. Ingbert [6] mit folgenden Bands



Beginn: 21.00 Uhr - Eintritt: 5,- Euro


Dies ist ein Solikonzert für eine Freiraumdemo, welche am 26.04. in Saarbrücken stattfinden wird.


zu 2)


In Zusammenarbeit mit der FAU-Initiative Saar wird es am Sonntag, den 16.03. eine Infoveranstaltung mit Rudolf Mühland über die Themen "Anarcho-Syndikalismus und FAU-IAA" im Jugendzentrum Neunkirchen geben.


Der Vortragsbeginn ist um 18.00 Uhr. Im Anschluß wird es zunächst eine Diskussionsrunde geben und daraufhin wird Geigerzähler ein Konzert geben.


Die FAU [9] Initiative Saar wird sich ebenfalls in einem kurzen Beitrag vorstellen. Der Eintritt ist frei.


http://www.mysp...eigerzaehler [10]


Inhalt des Vortrages: Was ist eigentlich Anarcho-Syndikalismus? oder die FAU-IAA stellt sich vor!


Jeder von uns hat die Formel "Ein Angriff auf eine von uns ist ein Angriff auf alle!" schon mal gehört. Und ebenso haben wir alle schon oft die Phrase von der "Solidarität" vernommen. Aber was könnte die wirkliche, praktische Bedeutung dieser und noch ein paar anderer bekannter sozialistischer Schlagworte aus der ArbeiterInnenbewegung sein? Rudolf Mühland geht diesen und anderen Fragen nach und gibt dabei einen kleinen historischen Überblick über die Wurzeln des Anarcho-Syndikalismus und seine Entwicklung vom 19 bis zum 21 Jahrhundert. Dabei legt er einen Schwerpunkt auf die heutige Freie ArbeiterInnen Union (FAU-IAA) und ihre aktuelle Situation. So wichtigen Fragen wie:



zu 3)


Vortrag "Anarchistische Strömungen und Utopien" mit Rudolf Mühland im JuZ Wadern.


Beginn 19.00 Uhr


Ebenfalls im Anschluß mit Geigerzähler


Der Anarchismus hat viele Wurzeln und im laufe der Geschichte kamen viele "neue" Wurzeln hinzu. Obwohl sich alle AnarchistInnen in zwei Punkten einig sind, nämlich der Ablehnung jeder Form der Herrschaft des Menschen über den Menschen UND der Ablehnung jeder Form der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, gibt es jedoch kaum Einigkeit darüber wie die bestehende Gesellschaft transformiert werden soll. Praktisch und philosophische Fragen haben sehr früh dazu geführt das sich verschiedene anarchistische "Schulen" gebildet haben. Der Vortrag gibt einen kurzen Überblick über die anarchistischen Strömungen, ihre Utopien und ihre Ideen zur Transformation der Gesellschaft.


zu 4)


Am 18. März findet um 16 Uhr auf dem St. Johanner Markt in Saarbrücken eine Kundgebung für die Freiheit der politischen Gefangenen statt.


Es wird neben Redebeiträgen von der ANO, dem ABC-Saar, der CNT-Metz und dem Solidaritätskomitee Mumia Abu-Jamal zwei Infostände und einen musikalischen Beitrag von Geigerzähler aus Berlin geben.


Hier findet ihr den Aufruf:


Aktionstag für die Freiheit der politischen Gefangenen! Für die Abschaffung aller Knäste und Abschiebelager!


Der 18. März hatte in der Geschichte der Klassenkämpfe mehrfach Bedeutung. Am 18. März ist der Tag der politischen Gefangenen. Vor 150 Jahren, am 18. März 1848, kam es in zahlreichen deutschen Städten zu Aufständen gegen die Feudalherrschaft. 23. Jahre später, am 18. März 1871, begann die Pariser Commune. Bis in die zwanziger Jahre dieses Jahrhunderts galt deshalb der 18. März als ?Tag der Commune?. 1923 erklärte die Rote Hilfe den 18. März zum ?Internationalen Tag der Hilfe für die politischen Gefangenen?. Der Faschismus setzte dieser Tradition ein jähes Ende. Die Rote Hilfe und die Initiative Libertad! griffen die geschichtlichen Bezüge des 18. März wieder auf, und initiierten 1996 erstmals einen bundesweiten Kampftag für die Freiheit der politischen Gefangenen ? gegen staatliche Repression. Seitdem finden am 18. März vielfältige Aktionen und Veranstaltungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten statt. So möchten wir auch dieses Jahr wieder am St. Johanner Markt in Saarbrücken darauf aufmerksam machen und gerade in Zeiten von Paragraf 129 und gängiger Folter bei Verhören oder durch Isolation in Knästen, dieses System angreifen und Solidarität mit Betroffenen ausüben. Mit Hilfe der Anti-Terror-Paragraphen 129a/b werden unsere Rechte und Freiheiten zertreten. Politische Verfolgung und Folter dauern mit (teilweise) steigender Tendenz in Deutschland, Italien, Spanien, dem Baskenland, der Türkei, und in etlichen weiteren Ländern an. Und die Verfolgung hat längst länderübergreifende Ausmaße angenommen. Europaweit nimmt die Repression mittels Anti-Terror-Gesetze ähnlich den §§129a/b zu, während parallel dazu der Abbau unserer Rechte vollzogen wird. Immer mehr Menschen werden aufgrund ihrer politischen Aktivitäten, die aus Solidarität mit den Unterdrückten, von Krieg und Armut betroffenen Menschen handeln, eingesperrt, gefoltert und jahrelang der Isolationshaft ausgesetzt. Wir möchten diese Kundgebung auch nutzen, um über das Schicksal der Aachen 3 zu berichten und die Solidarität zu diesen zu verstärken! Es geht um den sog. "Aachen 4" - Fall, wobei zwei flüchtende Anarchisten aus Spanien, Gabriel und José, dessen Schwester Begona sowie Bart ein aktiver Anarchist von ABC Gent, von den Bullen in Aachen festgenommen wurden. Dies geschah nach einer routinemäßigen Polizeikontrolle. Bei dem Versuch der Vier zu flüchten kam es zu einem Schusswechsel mit der Polizei, wobei auch Menschen temporär als Geiseln genommen wurden. Das alles ereignete sich im Juli 2004. Bei dem daraufhin stattfindenden Prozess im Jahr 2005 erhielten sie folgende Urteile: José 14 Jahre, Gabriel 13 Jahre und Bart 3 Jahre. Jose und Gabriel saßen beide bereits über 20 Jahre im spanischen Knast, davon lange Zeit im FIES-Isolationssystem. Dieses Knastsystem, dass in mehreren Gefängnissen Spaniens gegen all jene angewendet wird, die sich nicht unterordnen wollen, beruht auf absoluter Isolation, psychischer und physischer Misshandlung, permanenter Demütigung, mangelnder bis keiner medizinischen Behandlung und dem Ausgeliefert sein der institutionellen Willkür. Jose und Gabriel konnten diesem System der Folter und Isolation entkommen und befanden sich deshalb auf der Flucht. Während der ganzen Zeit des Prozesses war die fehlende Solidarität von der Mehrheit der in Deutschland lebenden linken Bewegung zu erkennen. Wir finden Solidarität mit Gefangenen heißt nicht, dass wir jedes mal 100% mit ihren Aktionen, Positionen, Analysen einverstanden sein müssen. Solidarität heißt für uns, ihnen Unterstützung zu geben, weil sie Gefangene aus Kämpfen um Befreiung, um Emanzipation und gegen Unterdrückend sind. Natürlich darf diese Solidarität eine dauerhafte und kritische Debatte mit unseren Freunden nicht ausschließen. Eine Kategorisierung zwischen ?Unschuldig? und ?Schuldig? gehört dabei natürlich nicht in unseren anarchistischen Background, ferner sollten diese bei keinem aufrichtigen linken Radikalen und dergleichen zu hören sein. Nicht vergessen zu erwähnen dürfen wir, dass das Problem nicht nur die Inhaftierung von jemanden aus unserem Umfeld ist, sondern noch mehr sogar durch die Existenz des Gefängnisses und anderen Zwangsanstalten vertreten wird. Die Existenz dieser grauen Wände ist eine Bedrohung für uns alle und wir müssen tagtäglich für deren Zerstörung kämpfen. Die Abschaffung dieser ist natürlich kein einfacher und schneller Prozess und wir haben auch keine vorbereiteten Lösungen parat, denn Anarchismus sehen wir eher als einen Prozess, an dem sich alle beteiligen müssen, Tag für Tag, und welcher mit der Zerstörung autoritärer Strukturen in unseren Köpfen anfängt, um eine freie Gesellschaft zu schaffen. Es ist sehr erschreckend, wie die Meinung in dieser Gesellschaft verankert ist, das der Knast eine reale Lösung für die sozialen Probleme sei, deshalb ist es uns einfach wichtig das jede/r erkennt, das auch der Knast und das Strafsystem ein wichtiger Teil der kapitalistischen Gesellschaft ist und dieses keine Lösung sondern das Problem darstellt und jede/r eine entschlossene Unterstützung für alle unsere eingesperrten Weggefährten zeigt. Für die Abschaffung aller Knäste und Abschiebelager! Solidarität mit Gabriel und Jose Solidarität muss eine Waffe sein!

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