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Bullet11 Was ist Anarchismus?

Welche Institutionen und Zustände sind das?
Warum glaubt jeder, daß er auch ohne Polizist anständig genug ist, aber daß der Knüppel »für andere« benötigt wird?
Wenn Sie morgen früh aufwachen und erfahren sollten, daß es keine Regierung mehr gibt, würde dann ihr erster Gedanke sein, auf die Straße zu stürzen und jemand
Der Zustand, in dem Freiheit eine Regierung ersetzt, wäre Anarchie.
»Aber sind die Bolschewisten keine Kommunisten?« fragen Sie.
Zitat aus "ABC des Anarchismus"
»Können Sie mir kurz erklären«, fragt Ihr Freund, »was Anarchismus ist?«
Ich werde es versuchen.
Kurz gesagt, der Anarchismus lehrt, daß wir in einer Gesellschaft frei von Zwang irgendwelcher Art leben können.
Ein Leben ohne Zwang bedeutet natürlich Freiheit; das heißt frei zu sein von Druck und Zwang, die Möglichkeit so zu leben, wie es Ihnen gefällt.
Solch ein Leben können Sie aber nicht führen, bevor Sie nicht die Institutionen abschaffen, die Ihre Freiheit einschränken und in Ihr Leben eingreifen, sowie die Zustände, die Sie anders handeln lassen, als Sie eigentlich wollen.

Welche Institutionen und Zustände sind das?
Lassen Sie uns prüfen, was wir abschaffen müssen, um ein freies und harmonisches Leben führen zu können.
Wenn wir erst einmal wissen, was abgeschafft und durch was es ersetzt werden muß, dann werden wir auch einen Weg zur Verwirklichung finden. Was muß also abgeschafft werden, um die Freiheit zu erlangen?
Zuerst natürlich einmal das, was am meisten in Ihr Leben eingreift, was Ihre Handlungsfreiheit stört oder einschränkt; das, was Ihnen die Freiheit nimmt und anders zu leben zwingt, als Sie es nach eigener Wahl tun würden. Das ist die Regierung.
Wenn Sie sie genau überprüfen, werden Sie erkennen, daß die Regierung der schlimmste Störenfried ist; mehr als das, der größte Verbrecher, den die Menschen je gekannt haben.
Sie füllt die Welt mit Gewalt Betrug und Täuschung, mit Unterdrückung und Elend aus.
Wie ein großer Philosoph einmal sagte: »Ihr Atem ist Gift.« Sie verdirbt alles, was sie anfaßt. »Ja, die Regierung bedeutet Gewalt und ist ein Übel«, geben Sie zu, »aber können wir ohne sie auskommen?«
Genau darüber wollen wir diskutieren.
Wenn ich Sie jetzt frage, ob Sie eine Regierung brauchen, so bin ich sicher, daß Sie nein sagen würden, aber daß die anderen sie brauchen. Aber wenn Sie einen der »anderen« fragen, wird er wie Sie antworten: Er wird sagen daß er sie nicht braucht, aber daß sie »für die anderen« notwendig ist.

Warum glaubt jeder, daß er auch ohne Polizist anständig genug ist, aber daß der Knüppel »für andere« benötigt wird?
»Die Menschen würden einander berauben und ermorden, wenn es keine Regierung und kein Gesetz gäbe«, sagen Sie. Wenn sie es wirklich tun würden, warum wäre das so? Würden sie es einfach um des Vergnügens willen oder aus einem bestimmten Grund tun? Wenn wir ihre Beweggründe untersuchen, dann werden wir vielleicht ein Heilmittel entdecken.
Stellen Sie sich vor, daß Sie, ich und ein paar andere Schiffbruch erlitten hätten und uns auf einer Insel voll von Früchten aller Art wiederfinden. Natürlich würden wir erst einmal gemeinsam Nahrung sammeln. Aber angenommen, einer von uns würde erklären, daß alles ihm gehöre und keiner nur einen Bissen bekommt, bevor er ihm nicht einen Tribut gezahlt hätte. Wir wären entrüstet, nicht wahr? Wir würden über seine Ansprüche lachen. Wenn er versuchen sollte, deswegen Schwierigkeiten zu machen, würden wir ihn vielleicht ins Meer werfen, und geschähe ihm recht, nicht
wahr?
Nehmen Sie weiterhin an, dass, wir selbst und unsere Vorväter eine Insel kultiviert und mit allem versehen hätten, was zu Leben und Wohlstand notwendig ist, und dann käme einer daher und würde behaupten, daß alles ihm gehöre. Was würden wir sagen? Wir würden ihn ignorieren, nicht wahr?
Vielleicht würden wir ihm sagen, daß er seinen Beitrag leisten und sich an der Arbeit beteiligen kann. Aber angenommen, daß er auf seinem Eigentumsrecht besteht und ein Stück Papier vorzeigt und nachweist, daß alles ihm gehöre.
Was würden wir sagen?
Wir würden ihm sagen, daß er verrückt ist, und wieder unserer Arbeit nachgehen. Aber wenn er eine Regierung hinter sich stehen hätte, dann würde er sie zum Schutz »seiner Rechte« anrufen, und die Regierung würde Polizisten und Soldaten entsenden, die uns vertreiben und dem »rechtmäßigen Eigentümer« seinen Besitz zurückgeben würden.
Das ist die Funktion der Regierung, dafür ist sie da und so handelt sie ständig.
Glauben Sie nun immer noch, daß wir uns ohne dieses Ding, das sich Regierung nennt, gegenseitig berauben und ermorden würden?
Ist es nicht eher so, daß wir mit einer Regierung rauben und morden? Weil die Regierung unseren rechtmäßigen Besitz nicht schützt, sondern - im Gegenteil - ihn uns sogar zum Vorteil derer wegnimmt, die kein Recht darauf haben, wie wir schon in früheren Kapiteln (Anm. d. Webmaster: Buch kann hier herruntergeladen werden) gesehen haben.

Wenn Sie morgen früh aufwachen und erfahren sollten, daß es keine Regierung mehr gibt, würde dann ihr erster Gedanke sein, auf die Straße zu stürzen und jemand
Nein, Sie wissen, daß das Unsinn ist. Wir sprechen über gesunde, normale Menschen. Kranke gehören in die Obhut von Ärzten und Psychiatern und sollten in Krankenhäuser gebracht und behandelt werden.
Wenn Sie oder Herr Johnson aufwachen und keine Regierung mehr vorfinden, so wird es eher so sein, daß Sie beide sich eifrig bemühen werden, Ihr Leben den neuen Bedingungen anzupassen.
Es ist natürlich auch sehr gut möglich, daß Sie Essen fordern werden, wenn Sie Menschen sehen, die sich vollstopfen, während Sie hungrig sind; und Sie würden damit vollkommen recht haben. Genauso würde es jeder andere tun.
Das heißt, daß die Menschen nicht für jemanden eintreten würden, der all die guten Dinge des Lebens an sich reißt. Sie möchten daran Anteil haben.
Das heißt auch, daß die Armen sich weigern würden, weiterhin in Armut zu leben, wahrend die anderen in Luxus schwelgen. Das heißt, der Bauer wird nicht zulassen, daß tausende Hektar Land brachliegen, während er nicht über genug Boden verfügt, um sich und seine Familie zu ernähren.
Das heißt, das keinem erlaubt wird, das Monopol an Land oder an den Produktionsmitteln an sich zu reißen. Das heißt, daß privates Eigentum an den Lebensgrundlagen nicht mehr länger toleriert würde. Es würde als das größte
Verbrechen angesehen, wenn einige mehr besäßen als sie selbst in mehreren Leben verbrauchen können, während ihre Nachbarn nicht genug Brot für ihre Kinder haben.
Das heißt, daß alle Menschen am gesellschaftlichen Reichtum teilhaben und beitragen, diesen Reichturn zu schaffen.
Das heißt nichts weiter, als daß zum erstenmal in der Geschichte Recht, Gerechtigkeit und Gleichberechtigung statt des Gesetzes siegen würden.
Sie sehen also, die Abschaffung der Regierung hat auch die Beseitigung von Monopol und Privateigentum an den Produktions- und Vertriebsmitteln zur Folge.
Daraus folgt, mit der Abschaffung der Regierung verschwinden auch Lohnsklaverei und Kapitalismus, da sie ohne Unterstützung und Schutz der Regierung nicht bestehen können. Ähnlich wie der verrückte Anspruch des Mannes, von dem ich vorher sprach, der ein Monopol auf der Insel ohne Hilfe der Regierung nicht durchsetzen konnte.

Der Zustand, in dem Freiheit eine Regierung ersetzt, wäre Anarchie.
Und dort, wo gleichberechtigte Nutznießung an die Stelle von Privateigentum tritt, wäre Kommunismus. Es wäre ein kommunistischer Anarchismus.
»Oh, Kommunismus«, ruft Ihr Freund aus, »aber Sie sagten doch, Sie wären kein Bolschewist!«
Nein, ich bin kein Bolschewist, denn ein Bolschewist will eine starke Regierung oder einen mächtigen Staat, wogegen der Anarchist Staat oder Regierung ganz und gar abschaffen will.

»Aber sind die Bolschewisten keine Kommunisten?« fragen Sie.
Doch, die Bolschewisten sind Kommunisten, aber sie brauchen ihre Diktatur, ihre Regierung, um die Menschen zu zwingen, im Kommunismus zu leben.
Anarchistischer Kommunismus ist dagegen ein freiwilliger Kommunismus, ein Kommunismus aus freier Wahl.
»Ich verstehe den Unterschied, das wäre natürlich wunderbar«, gibt Ihr Freund zu. »Aber halten Sie das wirklich für möglich?«


Aktualisiert 25.06.04    Geschrieben von Admin    3800  Mal gelesen

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Kommentare
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DirtyRotter
13.08.04, 15:47

der text is garnich schlecht! ich habs damit fast geschaft einen von meinen dümmlichen ökofroidz zum anarcho zu bekehren...auf die helle seite der macht :D

Guest
26.08.04, 14:49

Der Text ist einigermaßen in Ordnung. Man kann mit ihm die Anarchie verdeutlichen bzw. erklären, aber ich find's total für'n Arsch, dass dort gesagt wird, dass Kommunisten eine starke Führung brauchen. Mit dem richtigen Kommunismus (Marxismus), wäre eine sternge Führung unnötig. Ausserdem würde sich der Staat nach und nach auflösen, weil er einfach unnötig ist!!!

icon_evil

Wüste
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11.09.04, 14:38

Eine kommunistische Struktur wird letztendlich immer hierarchisch bleiben, da der Kommunismus zwar aufs Kollektiv angelegt ist, aber eine wirkliche Selbstbestimmung von Menschen aussen vorbleibt. Im Übrigen halte ich es für schwierig und nicht zeitgemäß an bestimmten Manifesten wie an der Bibel festzuhalten. ist allerdings meine subjektive Meinung, als nichtkommunistischer Anarchist.

Ja auch da gibts unterschiede.

Guest
16.09.04, 15:34
interessanter text, auf jeden fall - nur leider gibt es immer menschen, die nach macht streben - und auch anhänger für ihr vorhaben gewinnen würden. wenn es nun kein "kontrollierendes organ" (in welcher form auch immer) gibt, landet man ganz schnell wieder bei einer diktatur.
außerdem kann anarchismus nur auf absolut freiwilliger basis - und auf einem ausgeprägten sozialen bewusstsein - funktionieren. und davon sind wir weit entfernt.
Humanpunxxx
21.09.04, 23:24

Wieso klotzt die APPD nicht mal ran, um die NPD sowie die DVU auf ihrem Vormarsch zu stoppen? Ganz egal, ob Offensives Handeln in der politischen Praxis oder Vorbereitung, für Frieden, Freiheit und Abenteuer! icon_wink

Guest
26.09.04, 12:22

die appd is doch nur n karnevalsverein............die verstehen von politik doch genau so viel wie die nazis ................aber ich muss auch sagen das eine anarchie so schön sie in der fantasie sein mag nicht funktionieren würde weil die menschen einfach schon zu verdorben sind ..........jeder ist in irgend einer form mal egoistisch und jeder will sich auch irgendwie behaupten...........und die käräckterstärkeren würden am ende doch wieder die führung übernehmen auch wenn sie keine regierung hinter sich haben...........irgendwann würden sie zu einer regierung werden ..........der mensch ist eben nur ne ansammlung von fehlfunktionen

Guest
09.11.04, 13:46

Im Kommunismus wird der Staat aber auch abgeschafft. Ich selber, ein Kommunist, denke nicht, so schön es sich anhört, dass man sofort in eine Anarchie rein kann. Daher plädiere ich eher für den Kommunismus, der sich in seiner Endphase zur Anarchie wird ( damit ist nicht das Chaos der Sowjetunion gemeint icon_wink )

Guest
09.11.04, 18:18

also nur so am rand die APPD gibts doch gar nich mehr

Admin
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09.11.04, 18:38

Ne, komm lass mich mal mitm Kommunismus in Ruhe, die sind den Anarchisten noch immer in den Rücken gefallen.

Die APPD gibts noch, haben sogar vor einigen Tagen ihre HP neu gemacht: APPD

Botschafter_Kash
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09.11.04, 19:57

"Ne, komm lass mich mal mitm Kommunismus in Ruhe, die sind den Anarchisten noch immer in den Rücken gefallen."

---> Man muss aber auch unter Kommunisten unterscheiden, die Stalinisten sind immer und jedem in den Rücken gefallen, ob das jetzt Rußland, Spanien od. sonst was war. Ich selber bin Trotzkist und fühle mich politisch zu Anarchisten näher als zu Stalinisten od. z.b. der DKP. ---> zu Kronstadt, ich fand das auch scheiße, was Trotzki gemacht hat. Ich seh in auch nit als Führer an, was viele Trotkisten ja leider machen. Ich bin der Meinung für Kommunismus braucht man keine Führer, weil jeder Führer, höchstwahscheinlich, zu einem Diktator wird.

Wüste
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21.11.04, 01:42

Leider sind aber nicht nur Stalinisten sondern z.B. auch Trotzkisten an der Hinrichtung von zahlreichen Anarchisten in der Ukraine beteiligt gewesen.

Über das Verhalten des Großteils kommunistischer Gruppen im span. Bürgerkrieg mag ich net viel sagen ausser: "Sie haben die revolution verraten." Dies bezieht sich auch auf Russland.

In Spanien ist aber die POUM als positive kommunistische erscheinung zu nennen, die leider auch unter der Entwicklung leiden musste.

Wüste
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21.11.04, 01:45

@ botschafter

Das Führer-Problem ist letztlich in anderer Hinsicht auch ein Problem der Linken, da sich leider viele Leute immer noch an Manifesten festhalten und furchtbar toll zitieren können. Mein Vorschlag. Lesen, alles kritisch hinterfragen, und eigene Strategien entwickeln die z.B. auch zeitgemäss sind.

Bücher werden im Übrigen von Menschen geschrieben. Und kein Mensch ist perfekt. Schlimm wäre es.

>>>>>>>>Sollte man im Forum weiterdiskutieren.

Guest
30.12.04, 13:50

APPD.........woher kenne ich die? Vielleicht von den beschränkten Linksradikalen die mit Buttons rumlaufen, auf denen "Saufen, Saufen, den ganzen Tag nur Saufen" drauf steht?? Und ihr meint allen Ernstes, mit diesen Leuten könnte man die Idee der Anarchie verwirklichen, mit Leuten dieses Schlages?! Menschen, die hinter der Idee des Anarchismus stehen sind nicht organisiert (APPD = Karnevalsverein = richtig!). Ich bin Demokrat, gerade deshalb weil ich den Menschen nicht traue. Es ist geradezu lachhaft anzunehmen, aller menschen würden teilen und solidarisch leben. Deswegen ist Anarchismus lächerlich, in unserem land würde er niemals funktionieren. Keep real friends!

Wüste
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30.12.04, 22:29

Lieber Demokrat.

Wer hat hier was ernstzunehmendes über die APPD geschrieben. Es ist eine Spaßpartei, die auch hier niemand ernst nimmt.

Das du Menschen nichts zu(-traust) ist dein Problem. Und dies ist wirklich ein Problem. Schotte dich ab, mache alle 4 Jahre ein Kreuz und beruhige damit dein Gewissen ein "guter" Mensch zu sein, oder fühle dich wohl in deinem trauten Eigenheim, das es nicht zulässt für globale Problematiken offen zu sein.

Andere Aussagen, als diese erwarte ich auch nicht von kapitalistischen "Demokraten"(schön das Lexikon zur Begriffsbestimmung wälzen).

Ansonsten hast du nichts verstanden, und lesen sollte auch geübt sein.

Guest
01.01.05, 16:17

nur leider ist der mensch meist auf seinen eigenen vorteil bedacht.außerdem ist es leichter andre arbeiten zu lassen als selber zu arbeiten. Und eine frage wirft sich für mich auf. wie sind die unterschiede der einzelnen menschen aus zu gleichen so das niemand ein gefühl der benachteiligung empfindet?

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