PolitikHeidelberg: Haus besetzt
Artikel als PDF anzeigen  Druckerfreundliche Ansicht - am Montag, 02. Februar 2004, 19:13 Uhr verfasst von Admin -
Offizelle Presseerklärung

Endlich wieder selbstverwalteter Freiraum in Heidelberg

Seit dem 29.01.04 ist das Haus am Schloss-Wolfsbrunnenweg 3 besetzt. Dort entsteht ein soziales Zentrum, das politische, kulturelle und unkommerzielle Arbeit in angemessenen Räumlichkeiten ermöglicht.

Wie überall hat die neoliberale Politik auch in Heidelberg Einzug gehalten. So wird öffentlicher Raum mehr und mehr reglementiert und einem reibungslosen Konsum in der Stadt geopfert. Beispiele hierfür sind die zunehmende Kameraüberwachung und �die Polizeiverordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung�, die unliebsame Menschen aus der Stadt vertreibt und somit unsere Freizügigkeit einschränkt. Freiräume werden zur Ausnahme.
Speziell in Heidelberg wurde dies noch durch die perfide Lüge der Oberbürgermeisterin Beate Weber vorangetrieben, die den AktivistInnen des Autonomen Zentrum in Heidelberg vor dessen Abriss vor fünf Jahren versprach, für adäquaten Ersatz zu sorgen, diese Zusage aber offensichtlich niemals wahrmachen wollte. Auch deshalb sehen wir uns gezwungen, das zu nehmen, was wir brauchen.
Wir sind nicht bereit, uns in die vorgegebenen politischen und kulturellen Strukturen einzufügen. Für uns lassen sich Politik und Kultur nicht von einander trennen. Deshalb bedarf es angemessenen Freiraums, um unsere Vorstellungen fern ab von Konsum und kapitalistischer Verwertungslogik zu gestalten:
- Raum für politische Diskussionen, Initiativen und Aktionen.
- Raum für kulturelle Aktivitäten ohne Erfolgszwang.
- Raum, um Ideen zu entwickeln und sie gemeinsam umzusetzen.

Wir werden frei von Hierarchien, Sexismus und Fremdenfeindlichkeit nach dem Prinzip des Konsens� eine Alternative zum Mainstream stellen. Diese soll allen Menschen, die unsere Ideen mittragen, offen stehen. Beispielsweise werden Eintritts- sowie Getränkepreise so kalkuliert, dass sie lediglich die Kosten decken und somit finanziell schwachen Menschen ermöglicht, das Angebot zu nutzen. Weitverbreitete und als normal hingenommene Belästigungen wie aggressive Anmachen und Pöbeleien sollen hier durch Sensibilisierung verhindert und dadurch eine angenehmere Atmosphäre geschaffen werden. Aufgrund der Verschiedenheit der beteiligten Personen in Bezug auf Kultur, Religion, Vorstellungen und Ideen wird vorurteilsfreies und tolerantes Handeln nicht nur gefördert, sondern als notwendig vorausgesetzt. Das Haus am Schloss-Wolfsbrunnenweg 3 ist ein Ort, an dem Kreativität und Phantasie wichtiger sind als Kosten - Nutzen - Kalküle und wo die Begriffe Toleranz und Gleichberechtigung mit Inhalten gefüllt werden.

Bei dem besetzten Objekt handelt es sich um ein seit mehr als zwei Jahren leerstehendes Gebäude, das sich neben dem ehemaligen Schlosshotel befindet und zuletzt als internationales Studienzentrum diente. Der Zustand dieses Gebäudes ist leider mehr als erschreckend, und während erfolglos Käufer gesucht werden, verfällt es zunehmend. Die BesetzerInnen streben dieser Entwicklung entgegen, indem sie es ohne jegliche finanzielle Unterstützung von Seiten der Stadt instandbesetzen.Es soll auch auf den unnötigen Leerstand aufmerksam gemacht werden, der aufgrund der immer brisanter werdenden Wohnungsnot und den damit verbundenen steigenden Mietpreisen in HD absolut unverständlich ist. Wir füllen diesen Leerstand mit:

- Platz für Musik (Proberäume und Konzerte)
- Räumen für Gruppen
- Medienwerkstatt
- Umsonstladen
- Fahrradwerkstatt
- Platz für Politik
- Bücherladen
- Künstlerwerkstätten und Malerateliers
- Deutschunterricht für MigrantInnen (Integrationsarbeit)
- Sport- Günstigem Essen offen für alle (Vokü)
- Wohnraum für finanziell schlechter gestellte Personen
...und vielem anderem und zwar umsonst.

Wir erklären uns solidarisch mit dem AZ (im Exil) in Heidelberg!
Der Kampf um die Villa Zapata und die Ex-Steffi in Karlsruhe geht weiter!
Alte Feuerwache in Saarbrücken bleibt!
Linkes Ufer in Mannheim muss wieder her!
Soziale Zentren statt Fremdbestimmung!

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Die BesetzerInnen der Casa Loca

Casa Loca
Schloss-Wolfsbrunnenweg 3
69117 Heidelberg

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