| Antifa: Gedächtnisprotokoll zum Neonazi-Überfall am 18.03.05 in Homburg |
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- am Sonntag, 20. M�rz 2005, 19:44 Uhr verfasst von Admin
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Im folgenden findet ihr das Gedächtnisprotokoll eines der Opfer des Neonazi-Überfalls am 18.03.05 in Homburg. Zum lesen müsst ihr auf "...weiterlesen" oder die Überschrift klicken.
Am Abend des 18. März 2005 (Freitag) verließ ich um 20.30 das Autonome Jugendzentrum (AJZ) Homburg um zum Bahnhof zu gehen. Von dort aus wollte ich mit einem Bus um 20.45 nach Zweibrücken fahren. Ein junges Mädchen, das ebenfalls aus dem Juz kam und dort öfter verkehrt, begleitet mich. Sie wollte ebenfalls mit dem Bus fahren. Ich hatte einen Rucksack an und eine Stofftasche mit vollen Flaschen und Dosen in der Hand. Ungefähr in der Hälfte des Weges zwischen Juz und Bahnhof, der gewöhnlich 5 Minuten dauert, in Höhe der Firma „Havekost“, sah ich in einer Entfernung von etwa 50 Metern drei Männer aus der Richtung Bahnhof/Stadt auf uns zu kommen. Ich hörte einen Ruf, der sich wie „Sieg Heil“ anhörte und glaubte eine Bomberjacke zu erkennen, war mir aber nicht sicher, da ich meine Brille nicht trug. Trotz einer schlechten Vorahnung bewegten wir uns weiter auf die Gruppe zu und stießen nach einigen Metern mit ihnen zusammen. Zunächst waren sie, wie gesagt, zu dritt, nach etwa einer Minute stießen drei weitere junge Männer zu ihnen. Sie waren offensichtlich zusammen unterwegs und hatten pro 3-er-Gruppe eine Kiste Bier bei sich. Sie sprachen meine Begleiterin auf ihr T-Shirt an, das die Aufschrift „Gegen Nazis“ und ein zerschlagenes Hakenkreuz trug. Sie fragten sie, was das solle. Die erste Gruppe bestand aus einem Skinhead (etwa 1,90 m groß, Glatze, olivgrüne Bomberjacke mit mehreren Aufnähern, u.a. „Deutschland, Deutschland über alles“, dunkle Hose, Stiefel), den ich von der Gruppe mit ca. 24 Jahren als Ältesten einschätze. Drei Männer umgaben das Mädchen und stellten ihr Fragen, auf die sie nur mit „ja“ oder „nein“ antwortete. In der Gruppe befand sich auch, wie sich später herausstellte, ein sehr kräftiger 14-jähriger, der mit einer dunklen Hose und einem beigen Pullover, der Marke „Umbro“ bekleidet war. Seiner Statur nach hätte ich ihn auf 17 oder 18 Jahre geschätzt. Mich bedrohte ein kräftiger, etwas untersetzter Mann, der aussah wie ein Hooligan (schwarze Haare, schwarze Jacke mit rot-schwarz kariertem Innenfutter). Er pöbelte mich an und meinte mehrmals, er habe das Recht in diesem Land und nicht ich und es sei sein Land. Währenddessen sagte der Skinhead mit der olivgrünen Bomberjacke beim Betrachten des T-Shirts des Mädchens:“White Power Faust gegen die Roten“. Ich versuchte den Hooligan, der mich als erster anfuhr, mit meiner Hand von mir wegzuhalten und habe auf mehrere seiner Fragen mit „Nein!“ geantwortet, u.a. fragte er, ob wir aus dem Juz kämen und dort gekifft hätten. Daraufhin sagte er, wenn ich noch einmal mit „Nein“ antworten würde, würde er mich platthauen. Inzwischen hatten sich auch die drei Nachzügler eingemischt. Unter ihnen befanden sich ein Skinhead (Glatze, weiße Jacke mit schwarz-rot kariertem Innenfutter, darunter ein schwarzer Pullover mit der Aufschrift „Germania“, blaue Jeans mit weiß-gebleichten Flecken, Turnschuhe), ein kleiner, unscheinbar aussehender Blonder mit schwarzer Jacke und Hose, der mich anspuckte und ein großer (1,90 m), dicklicher Mann mit kurzen Haaren, heller Jeans und schwarzem Kapuzenpullover. Der Skinhead mit der olivgrünen Bomberjacke stieß mich nun etwas auf die Seite und versetzte mir mit der Handkante die ersten Schläge in Gesicht. Daraufhin begann meine Nase stark zu bluten und ich hielt mir die Hand an die Nase. Der Skinhead ließ von mir ab und ich begann mich in eine Rückwärtsbewegung zu versetzen, zurück zum Juz. Der zweite Skinhead zog nun seine Jacke aus, gab sie seinen Freunden und ging auf mich los. Er schlug mich mehrmals mit der Faust ins Gesicht. Ich ging immer weiter zurück und entfernte mich vom Rest der Gruppe, der weiterhin das Mädchen umstellte, bis ich schließlich den Sichtkontakt zu ihr verlor. Das letzte, was ich von ihr mitbekam, war , dass die Neonazis sagten:“Dann gib uns dein T-Shirt und dann ist es gut.“. Der zweite Skinhead packte aus seiner Hosentasche einen Teleskopschlagstock (etwa 30 cm lang, schwarz, 3-teilig aus massivem Stahl) aus und schlug damit meine Beine und Arme. Er forderte wiederholt mein Handy:“Gib mir dein Handy!“, damit ich die Polizei nicht rufen könne. Ich sagte, ich würde auf keinen Fall die Polizei rufen, sondern nach Hause gehen und ging rückwärts weiter in Richtung Juz. Der Skinhead wurde wild und seine Freunde sagten:“Gib ihm jetzt lieber dein Handy, der ist wild!“ (dies sagte der Junge mit dem beigen Pullover). Weil ich mich weigerte wurde ich wiederholt mit dem Teleskopschlagstock geschlagen und drei (darunter der Skinhead mit dem Schlagstock, der 14-jährige und ein wechselnder Dritter) Männer trieben mich weg vom Havekostgebäude in Richtung der Hecken am Rand der Straße. Der Skinhead griff mich an den Haaren und zog mich runter. Mir wurden mehrere Tritte mit dem Knie verpasst, u.a. ins Gesicht und die Seite. Sie riefen:“Jetzt gib’s ihm!“. Da ich mich am Pullover des Skins festhielt, forderten er und der 14-jährige mich auf, den Pullover loszulassen. Ich ging zu Boden und verlor dabei meine Brille samt Etui aus dem Rucksack. Nachdem ich mich wieder aufrichten konnte, durchsuchte der 14-jährige mich und zog mein Handy aus der Hosentasche. Die gesamte Aktion dauerte etwa eine Viertelstunde. Die drei Neonazis liefen schnell zurück zum Rest der Gruppe und ich, als ich mich vergewissert hatte, dass sie nicht mehr hinter mir her sind, in Richtung Juz. |
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Wüste
20.03.05, 20:41 |
Üble Randale von Neonazis in Homburg Rechtsradikaler Übergriff auf Besucher des Jugendzentrum / Jungen Mann krankenhausreif geprügelt / Frau mußte T-Shirt ausziehen Homburg. Wie uns das Bildungs- und Forschungswerk Saar-Lor-Lux (BIFOR) mitteilt, kam es am Freitag in der Nähe des Homburger Autonomen Jugendzentrums zu einem brutalen Übergriff von Neonazis. Mehrere Neonazis griffen zwei sich auf dem Nachhauseweg befindende Jugendliche an. Hierbei wurde ein junger Mann von den Rechtsextremisten mit einer Stahlrute zusammengeschlagen und erlitt am ganzen Körper Verletzungen, darunter auch schwere Gesichtsverletzungen. Die sich in seiner Begleitung befindende Frau wurde gezwungen, ihr T-Shirt mit einer Aufschrift „Gegen Nazis“ auszuziehen, woraufhin das T-Shirt von den Neonazis verbrannt wurde. Bereits am vergangenen Dienstag hatte nach Darstellung von BIFOR im Homburger Jugendzentrum eine Veranstaltung zum Thema „Rechtradikalismus“ stattgefunden, die - nach vorangegangenen Ankündigungen von Neonazis, die Veranstaltung zu stören - durch ein massives Polizeiaufgebot gesichert worden war. Am Freitag begaben sich gegen 20:30 mehrere Neonazis in Richtung Jugendzentrum. Auf dem Weg dorthin trafen sie zwei jugendliche Besucher des Jugendzentrums an, darunter eine Frau, die ein T-Shirt mit einem Slogan „Gegen Nazis“ trug. Die Neonazis griffen den jungen Mann an und schlugen ihn mit einer Stahlrute zusammen, wobei das Opfer Prellungen, Platzwunden und Gesichtsverletzungen durch die Schläge mit der Eisenstange erlitt und in der Homburger Uniklinik behandelt werden musste. Die Frau wurde von den Nazis ebenfalls massiv attackiert, sexuell belästigt und musste ihr T-Shirt ausziehen, welches dann von den Nazis verbrannt wurde. Zwei der sechs Täter sollen später von der Polizei gefasst worden sein, darunter angeblich auch der Haupttäter. Vor diesem Hintergrund erscheint es nach Darstellung des BIFOR mehr als zynisch, dass der Direktor des saarländischen Verfassungsschutzes noch am 12. März in einer Lokalzeitung die regionale Naziszene verharmlost habe, indem er mitteilte, die Neonazis im Saarland „verhielten sich gewaltfrei und zivilisiert“. Bereits im Dezember letzten Jahres wurden in Neunkirchen Besucher des dortigen Jugendzentrums von mehreren Neonazis angegriffen und verletzt. Auch hier waren Aktivitäten des Jugendzentrums gegen Rechtsradikalismus und Antisemitismus vorausgegangen. Das Bildungs- und Forschungswerk Saar-Lor-Lux kritisiert die Aussagen von Verfassungsschutzdirektor Albert aufs Schärfste. Wer das militante Neonazipotential im Saarland in so gravierender Weise verharmlose, liefere den Neonazis einen symbolischen Freifahrtschein für derartige Übergriffe wie am Freitag in Homburg. Quelle: http://www.saar-echo.de |
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Admin
20.03.05, 21:07 |
Das massive Polizeiaufgebot, dass den Vortrag "sicherte" bestand übrigens aus einem Streifenwagen. |
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Wüste
20.03.05, 21:50 |
Hatte im Übrigen gedacht das dieses Gedächtnisprotokoll nicht zur veröffentlichung gedacht ist. |
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Admin
20.03.05, 22:01 |
Doch ist es, habe mit ihm Rücksprache drüber gehalten. |
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